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  • Admin um 12:33 am 6. October 2018 Permalink  

    Du Schatz, da brummt was! 

    Hersteller von Wärmepumpen legen seit Jahren besonderes Augenmerk darauf, leise Wärmepumpen zu entwickeln. Dennoch kann es zu Spannungen mit den Nachbarn kommen, wenn eine Anlage an einer schalltechnisch ungünstigen Stelle installiert wird. Doch wie laut darf eine technische Anlage im Außenbereich überhaupt sein?

    Fachleute verweisen hierfür auf folgende Faustregel: „Das Dauergeräusch einer technischen Anlage soll so dimensioniert sein, dass es sich von den ortsüblichen Hintergrundgeräuschen der leisen Stunden (des Tages, des Abends, der Nacht) nicht abhebt.“

    Zur konkreten Ermittlung der Hintergrundgeräusche der leisen Stunden, müsste aber eine Messung (z.B. über einen ganzen Tag bzw. ein ganzes Wochenende) erfolgen. Da für die Installation von Geräten wie Wärmepumpen, Klimaanlagen, Schwimmbadpumpen und dergleichen zu privaten Wohngebäuden aufwendige Messungen der Umgebungsgeräusche selten wirtschaftlich sind, wurden von einigen Bundesländern amtsseitig Richt- wie Grenzwerte (was darf von der Anlage beim Nachbarn ankommen) in Baugesetzen, Verordnungen, Förderrichtlinien etc. festgelegt.

    Für die zumeist kritischeren Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr liegen die Vorgaben in ländlichen Wohn­gebieten typischerweise bei höchstens 30 dB(A) an der nachbarlichen Grundstücksgrenze und bei höchstens 25 dB(A) im Schlafraum. Wurden im jeweiligen Bundesland keine gesetzlichen Grenzwerte festgelegt und/oder droht der nachbarliche Konflikt vor Gericht ausgetragen zu werden, ist man mit einer professionellen Schallmessung vor und nach der Inbetriebnahme der Anlage allerdings besser abgesichert.

    Wichtig ist weiter, die zu erwartende Schallemission (was sendet die Anlage aus?) bereits in der Planungsphase zu ermitteln (Auswahl des Gerätetyps) und den dazu geeigneten Aufstellungsort zu suchen. Zusätzlich sollten folgende Informationen zur Wärmepumpe beim Hersteller eingeholt werden:

    • Beziehen sich Herstellerwerte auf die maximale Schallleistung der Anlage? Oft werden von Herstellern geringere Schallleistungen – für sogenannte Normprüfpunkte der ÖNORM EN 14511 bei Temperaturen über dem Nullpunkt – angeführt.
    • Ist eine fix einstellbare Nachtabsenkung mit geringerer Schallleistung möglich?
    • Hat die Anlage einen unauffälligen Geräuschcharakter oder ist mit unangenehmen Betriebsgeräuschen wie z.B. Tieftonlastigkeiten (störendes Brummen) oder markanten Tönen (Singen, Surren etc.) zu rechnen?

    Generell gilt, dass man mit einer Aufstellung nah an der Grundstücksgrenze bzw. nah am Nachbarhaus Gefahr läuft, die Grenzwerte nicht einzuhalten. Daher sollte man von vornherein alternative Aufstellorte für die Anlageteile im Freien in Betracht ziehen und auch andere Parameter wie der Einfluss von reflektierenden Gebäudeteilen nahe dem Aufstellort, die Bauform der Anlage (Stichwort: Richtwirkungen) und die Eigenheiten des Betriebsgeräuschs sind in die Planung mit einzubeziehen.

    Erfahren Sie mehr im Webinar-Video, welches ich für die Firma Hoval im September abhielt. Sie erreichen den Vortrag unter diesem Link (Weiterleitung zum Datendienst http://www.youtube.com, Bildquelle: TB Doppler, Videoquelle: Hoval).

    Hoval Sept1

    Andreas Doppler, 06.10.2018
    ­­­­­­­­­­­­­­­­­­https://www.sachverstand.org

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  • Admin um 13:40 am 23. September 2018 Permalink  

    Reden wir über Spitzenpegel – aber über welchen? 

    Wenn Sie der Meinung sind, es gäbe nur einen „Spitzenpegel“, wäre es so – als wenn Sie meinen, es gäbe nur eine Sorte von Äpfeln. So leicht macht es uns die Schalltechnik nun auch wieder nicht, smile. So erlaube ich mir, Ihnen nachstehende Kandidaten zur Wahl des „Wir suchen den Spitzenpegel-Superstar“ vorzustellen. Spaß beiseite, jeder Pegel hat seine Berechtigung und wird bedarfsweise zur jeweiligen Beurteilung zur maßgeblichen Pegelgröße. Das Wissen um die Unterschiede ist dabei entscheidend.

    Anbei als Beispiel das Signal einer einzelnen Sprengung an einer Felswand:

    Messpunkt Spitzenpegelmessung desselben Ereignisses in div. Pegelgrößen [dB]
    LZ,peak LZ,I,max LA,f,max LA,peak LA,I,max LC,f,max LC,peak
    MP-1 123 116 94 117 95 98 121

    Sprengsignal 01
    Sprengsignal 02

    Beginnen wir mit dem unbewerteten Spitzenpegel ohne Zeitkonstante, dem LZ,peak in [dB]

    Dieser Pegel wird als Schalldruck vom Messgerät erfasst und entspricht vereinfacht ausgedrückt, dem „reinen Signal“, aus dem alle folgenden Beurteilungspegel abgeleitet werden können. Die Umrechnung auf andere Bezugsgrößen passiert beim professionellen Messequipment (in Österreich sind im Geschäftswesen nur vom BEV zugelassene und geeichte Messgerätschaften zugelassen) in der Regel schon innerhalb des Messgerätes und ist dann von dort abzulesen.

    Dabei ist zu beachten, dass bei starken Spitzenpegeln am Messgerät zum einen das richtige Mikrofon (es gibt kein „Allerweltsmikrofon“ für alle Anwendungen, teilweise sind spezielle Mikrofone für die Erfassung von hohen wie niedrigen Pegeln auszuwählen) und zum anderen am Messgerät auch der richtige Messbereich (also jener für die hohen Schalldrücke) eingestellt ist. Das „Z“ in der Pegelbezeichnung steht für „keine Anpassung“ und das „peak“ gibt den Hinweis, dass keine zeitliche Bewertung – sondern der Maximalwert (in der Auflösungsmöglichkeit des Messgerätes) vorliegt.

    Setzen wir mit dem A-bewerteten Spitzenpegel in der Zeitkonstante „fast“, dem LA,f,max in [dB] (abgekürzt: LA,max) fort:

    Mit diesem Pegel werden am häufigsten die Einwirkungen von Spitzenpegelereignissen auf den Menschen bei allgegenwärtigen Umweltereignissen (z.B. Spitzenpegelereignisse aus dem Verkehrslärm, Freizeitlärm, von Nachbarschaftsgeräuschen etc.) beschrieben. Die Zeitkonstante liegt bei 125 ms. Dies bedeutet, dass kürzerer Ereignisse auf diese Bezugszeit gedehnt = gemittelt werden. Die Bewertung mit der Filterkurve „A“ bedeutet nichts anderes, als dass die Signalauswertung auf das menschliche Hörvermögen abgestimmt wurde und damit z.B. tiefe Frequenzen weniger stark als hohe Frequenzen gewertet werden, da der Mensch im höheren Frequenzbereich die bessere Wahrnehmung (die höhere Sensibilität) hat.

    Neben dem LA,max wird zumeist bei extremen Ereignissen wie z.B. beim Schießlärm oder bei Knallen auch der Peak-Pegel ohne Zeitbewertung herangezogen, da auch hierfür medizinische Beurteilungsgrundlagen vorliegen. Die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) legen beispielweise nahe, Kinder keinen Spitzenpegeln größer LA,peak = 120 dB auszusetzen! Und Erwachsene sollten sich bei Spitzenpegeln größer LA,peak = 140 dB vorsehen und Maßnahmen zum Schallschutz treffen.

    Im Bereich des Arbeitnehmerinnen-Schutzes sind darüber hinaus Pegel mit der sogenannten „C-Bewertung“ gebräuchlich bzw. per Regelwerk vorgeschrieben. Die C-Bewertung legt eine höhere Gewichtung an tiefere Frequenzen an als die A-Bewertung, was z.B. bei der Verwendung von persönlichem Schallschutz (Kopfhörer, In-Ohr-Stöpsel etc.) von Bedeutung ist, die in der Regel sehr gut gegen hohe Frequenzen helfen, aber bei tiefen Frequenzen nicht so gut – als wie gewünscht dämmen. Ein im österr. Arbeitnehmerinnen-Schutz geltendes Gesetz, die „Verordnung Lärm und Vibrationen – VOLV“ legt u.a. fest, dass ArbeitnehmerInnen ab einer Spitzenpegeleinwirkung von LC,peak = 137 dB Gehörschutz zu tragen haben.

    Ebenfalls in Verwendung ist die „I-Bewertung“, die spezielle Bewertungszeiten (Zeitkonstante beim Pegelanstieg 35 ms, Zeitkonstante beim Pegelabfall 1,5 s) verwendet. So ist beispielsweise im Vergleich zwischen einem LA,f,max und einem LA,I,max ableitbar, ob es sich bei einem länger andauernden Geräusch (d.h. abseits von Einzelspitzen) mehr oder weniger um ein „impulshaltiges Geräusch“ (mögliche Klassifizierung eines tendenziell lästigen Geräusches) handelt.

    Andreas Doppler, 22.09.2018
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  • Admin um 10:39 am 23. September 2017 Permalink | antworten  

    Einsatz von nichtamtlichen Sachverständigen 

    Neben den amtlichen Sachverständigen (ASV) werden von den Behörden bedarfsweise auch nichtamtliche Sachverständige (NASV) in Verwaltungsverfahren zur fachtechnischen Begutachtung eingesetzt. Bisher war die Beiziehung nicht amtlicher Sachverständiger (NASV) im § 52 des allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) geregelt. In den Absätzen 2 bzw. 3 wird angeführt, dass nichtamtliche Sachverständige beizuziehen sind, wenn „Amtssachverständige nicht zur Verfügung stehen“ oder „davon eine wesentliche Beschleunigung des Verfahrens zu erwarten ist“. Der nichtamtliche Sachverständige (NASV) ist zu einer unbefangenen, qualitätsgesicherten Arbeit unter vollständiger Berücksichtigung gesetzlicher Regelungen und technischer Normen verpflichtet und für die Richtigkeit und Nachvollziehbarkeit seiner Gutachten voll inhaltlich verantwortlich.

    Mit der Novellierung der österreichischen Gewerbeordnung (BGBl. 96/2017 zur Stammfassung BGBl. 194/1994) vom 17.07.2017 wurde nun die Möglichkeit erweitert, dass auch nicht amtliche Sachverständigen bei Genehmigungsverfahren nach dem Gewerberecht beigezogen werden können.

    Ein entsprechender Antrag ist von der Projektwerberin bei Antragstellung mit einzubringen. Als wesentlichen Vorteil für die Projektwerberin ist eine Verfahrensbeschleunigung anzuführen, wenn aufgrund der Vielzahl von Verfahren die Behörde mit Ihren Amtssachverständigen keine zeitnahe Bearbeitung in Aussicht stellen kann. Allerdings sind in diesem Fall die Kosten des nichtamtlichen SV´s von der Projektwerberin zu übernehmen.

    Sollten Sie Bedarf haben und einen nichtamtlichen Sachverständigen insbesondere für die Fachgebiete  Lärm und Licht benötigen, würde ich mich über Ihre Nachricht freuen.

    Andreas Doppler, 23.09.2017
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    Auszug zur Gewerbeordnung 1994, § 353b i.d.g.F. „nichtamtliche Sachverständige“

    (1) In Verfahren betreffend Betriebsanlagen, die auf Erlassung eines an einen Antrag des Inhabers einer Betriebsanlage gebundenen Bescheides gerichtet sind, kann der Inhaber der Betriebsanlage für bestimmte Fachgebiete die Bestellung von nichtamtlichen Sachverständigen unwiderruflich beantragen. Der Antrag muss spätestens gleichzeitig mit dem verfahrenseinleitenden Anbringen gestellt werden und hat die genaue Bezeichnung des jeweiligen Fachgebietes, für das ein nichtamtlicher Sachverständiger bestellt werden soll, zu enthalten. § 13 Abs. 3 AVG ist auf Anträge, die keine genaue Bezeichnung des Fachgebietes enthalten, nicht anzuwenden. Verspätete Anträge oder Anträge, die keine genaue Bezeichnung des Fachgebietes enthalten, sind von der Behörde unverzüglich zurückzuweisen.

    (2) Die Behörde hat dem Antragsteller innerhalb von vier Wochen ab Einlangen eines Antrages gemäß Abs. 1 oder ab Rechtskraft einer Entscheidung eines Verwaltungsgerichtes oder des Verwaltungsgerichtshofes, mit der ein Bescheid gemäß Abs. 1 letzter Satz aufgehoben worden ist, mit Verfahrensanordnung aufzutragen, dass ein von der Behörde zu bestimmender Betrag zur Deckung des mit der Aufnahme des Beweises durch nichtamtliche Sachverständige verbundenen Aufwandes vom Antragsteller innerhalb einer bestimmten angemessenen Frist vorschussweise zu erlegen ist. Wenn der Betrag nicht vollständig innerhalb dieser Frist vom Antragsteller bei der Behörde erlegt wird, wird der gemäß Abs. 1 gestellte Antrag unwirksam.

    (3) Wenn ein Antrag gemäß Abs. 1 gestellt worden ist, beginnen die Fristen betreffend die Verpflichtung der Behörde zur Erlassung von Bescheiden ab Rechtskraft eines Bescheides gemäß Abs. 1 letzter Satz oder mit Ablauf der von der Behörde gemäß Abs. 2 zum Erlag eines vorschussweisen Betrages bestimmten Frist zu laufen.

    (4) Die Kosten für die Heranziehung eines auf Grund eines Antrages gemäß Abs. 1 beigezogenen nichtamtlichen Sachverständigen sind im vollen Umfang vom Antragsteller zu tragen.

    (5) Auf eine Verfahrensanordnung gemäß Abs. 2 ist § 63 Abs. 2 AVG mit der Maßgabe anzuwenden, dass sie nur hinsichtlich ihrer Höhe und nur dann anfechtbar ist, wenn der Gesamtbetrag der dem Antragsteller aufgetragenen Kostenvorschüsse 4 000 Euro übersteigt.

    Auszug zum allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 i.d.g.F., § 52. „Sachverständige“

     (1) Wird die Aufnahme eines Beweises durch Sachverständige notwendig, so sind die der Behörde beigegebenen oder zur Verfügung stehenden amtlichen Sachverständigen (Amtssachverständige) beizuziehen.

    (2) Wenn Amtssachverständige nicht zur Verfügung stehen oder es mit Rücksicht auf die Besonderheit des Falles geboten ist, kann die Behörde aber ausnahmsweise andere geeignete Personen als Sachverständige (nichtamtliche Sachverständige) heranziehen.

    (3) Liegen die Voraussetzungen des Abs. 2 nicht vor, so kann die Behörde dennoch nichtamtliche Sachverständige heranziehen, wenn davon eine wesentliche Beschleunigung des Verfahrens zu erwarten ist. Die Heranziehung ist jedoch nur zulässig, wenn sie von demjenigen, über dessen Ansuchen das Verfahren eingeleitet wurde, angeregt wird und die daraus entstehenden Kosten einen von dieser Partei bestimmten Betrag voraussichtlich nicht überschreiten.

    (4) Der Bestellung zum nichtamtlichen Sachverständigen hat Folge zu leisten, wer zur Erstattung von Gutachten der erforderten Art öffentlich bestellt ist oder wer die Wissenschaft, die Kunst oder das Gewerbe, deren Kenntnis die Voraussetzung der geforderten Begutachtung ist, öffentlich als Erwerb ausübt oder zu deren Ausübung öffentlich angestellt oder ermächtigt ist. Nichtamtliche Sachverständige sind zu beeiden, wenn sie nicht schon für die Erstattung von Gutachten der erforderten Art im allgemeinen beeidet sind. Die §§ 49 und 50 gelten auch für nichtamtliche Sachverständige.

     
  • Admin um 13:12 am 24. March 2017 Permalink | antworten  

    Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung (BStLärmIV) 

    Hoch aktuell ist die Entscheidung V 162/2015 des Verfassungsgerichtshofes vom 15.03.2017 zur Anwendbarkeit der Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung (BStLärmIV) am Beispiel des UVP-Vorhabens zur Wiener Außenringschnellstraße S1 „Lobauquerung“ in Wien. So wurde der Antrag „Teile der BStLärmIV für gesetzwidrig zu erklären“ abgewiesen. Das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ist keine unmittelbare Entscheidung über die Zulässigkeit des Baus oder dem Betrieb der Lobau-Autobahn. Dennoch kann aufbauend auf dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes nun das Bundesverwaltungsgericht sein Verfahren fortsetzen.

    Details finden Sie unter dem Link https://www.vfgh.gv.at/downloads/VfGH_Entscheidung_V_162-2015_Laermschutz_Lobau_anonym.pdf

    Angaben zur Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung (BStLärmIV)

    Per Bundesgesetz (BGBl. Nr. 215/2014) wurde am 2. September 2014 die Bundesstraßen-Lärmimmissions­schutz­verordnung (BStLärmIV) verordnet, die für neue Straßenbauvorhaben im hochrangigen Straßenverkehrsnetz (d.h. bei Schnellstraßen und Autobahnen) den Nachbarschaftsschutz regelt. Landesstraßen, die aus der Vergangenheit heraus im alltäglichen Sprachgebrauch noch als „Bundesstraßen“ (z.B. B 1 Wiener Straße, B 139 etc.) bezeichnet werden, sind nicht der Regelung der BStLärmIV unterworfen, da diese konkreterweise als „Landesstraßen“ nach den jeweiligen bundeslandspezifischen Vorschriften zu betrachten sind.

    Die BStLärmIV sieht ein gestaffeltes objektorientiertes Grenzwerteregime vor. Allgemein sind vorhabenbedingte Immissionseinträge mit Lden = 55,0 bzw. Lnight = 45,0 dB zulässig. Und bis zur Grenze der „unzumutbaren Belästigung“ durch Straßenverkehrslärm von Lden = 60,0 bzw. Lnight = 50,0 dB wird eine vorhabenbedingte Hebung der Ist-Lage bis zu 1,0 dB toleriert. Und für die Beurteilung einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Straßenverkehrslärm gelten Immissionsgrenzwerte von Lden = 65,0 bzw. Lnight = 55,0 dB, wobei die vorhabenbedingte Hebung der Ist-Lage im Einzelfall zu beurteilen ist und keinesfalls 1,0 dB zu überschreiten hat.

    Die Einhaltung des vorhabenbedingten Immissionseintrages und der Immissionsgrenzwerte ist gemäß § 8. (1) BStLärmIV vorrangig durch straßenseitige Maßnahmen sicherzustellen und in der Planungspraxis wird angestrebt, durch die straßenseitigen Maßnahmen den Schutz von Aufenthaltsflächen im Freien sicherzustellen. Erfahrungsgemäß ist im Gegensatz hierzu in höheren Geschossen aufgrund der typischerweise abnehmenden Abschirmung in höheren Lagen die Möglichkeit zum Setzen von baulichen Maßnahmen (Statik, Ortsbild, Wirtschaftlichkeit etc.) nur mehr eingeschränkt möglich und ersatzweise durch objektseitige Maßnahmen der Schallschutz umzusetzen.

    Andreas Doppler, 23.03.2017
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  • Admin um 15:48 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Lautstark – ein Forum zum Austausch von Fragen und Antworten zum Themenbereich „Immissionsschutz“ 

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit dieser Informationsplattform starten wir einen Versuch, Ihre Fragen zum Schutz gegen störende Immissionen wie Lärm, künstliches Licht, Beschattung und Fragen zum ArbeitnehmerInnenschutz bzw. Nachbarschaftsschutz etc. aufzunehmen und mit Antworten und Ratschlägen zur Verfügung zu stehen.

    Wenn Sie Ihre Fragen nicht öffentlich schreiben möchten, senden Sie mir zum Kennenlernen einfach eine Email an die Adresse blog@sachverstand.org.

    Mit besten Grüßen
    Andreas Doppler

     
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