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  • Admin um 13:40 am 23. September 2018 Permalink  

    Reden wir über Spitzenpegel – aber über welchen? 

    Wenn Sie der Meinung sind, es gäbe nur einen „Spitzenpegel“, wäre es so – als wenn Sie meinen, es gäbe nur eine Sorte von Äpfeln. So leicht macht es uns die Schalltechnik nun auch wieder nicht, smile. So erlaube ich mir, Ihnen nachstehende Kandidaten zur Wahl des „Wir suchen den Spitzenpegel-Superstar“ vorzustellen. Spaß beiseite, jeder Pegel hat seine Berechtigung und wird bedarfsweise zur jeweiligen Beurteilung zur maßgeblichen Pegelgröße. Das Wissen um die Unterschiede ist dabei entscheidend.

    Anbei als Beispiel das Signal einer einzelnen Sprengung an einer Felswand:

    Messpunkt Spitzenpegelmessung desselben Ereignisses in div. Pegelgrößen [dB]
    LZ,peak LZ,I,max LA,f,max LA,peak LA,I,max LC,f,max LC,peak
    MP-1 123 116 94 117 95 98 121

    Sprengsignal 01
    Sprengsignal 02

    Beginnen wir mit dem unbewerteten Spitzenpegel ohne Zeitkonstante, dem LZ,peak in [dB]

    Dieser Pegel wird als Schalldruck vom Messgerät erfasst und entspricht vereinfacht ausgedrückt, dem „reinen Signal“, aus dem alle folgenden Beurteilungspegel abgeleitet werden können. Die Umrechnung auf andere Bezugsgrößen passiert beim professionellen Messequipment (in Österreich sind im Geschäftswesen nur vom BEV zugelassene und geeichte Messgerätschaften zugelassen) in der Regel schon innerhalb des Messgerätes und ist dann von dort abzulesen.

    Dabei ist zu beachten, dass bei starken Spitzenpegeln am Messgerät zum einen das richtige Mikrofon (es gibt kein „Allerweltsmikrofon“ für alle Anwendungen, teilweise sind spezielle Mikrofone für die Erfassung von hohen wie niedrigen Pegeln auszuwählen) und zum anderen am Messgerät auch der richtige Messbereich (also jener für die hohen Schalldrücke) eingestellt ist. Das „Z“ in der Pegelbezeichnung steht für „keine Anpassung“ und das „peak“ gibt den Hinweis, dass keine zeitliche Bewertung – sondern der Maximalwert (in der Auflösungsmöglichkeit des Messgerätes) vorliegt.

    Setzen wir mit dem A-bewerteten Spitzenpegel in der Zeitkonstante „fast“, dem LA,f,max in [dB] (abgekürzt: LA,max) fort:

    Mit diesem Pegel werden am häufigsten die Einwirkungen von Spitzenpegelereignissen auf den Menschen bei allgegenwärtigen Umweltereignissen (z.B. Spitzenpegelereignisse aus dem Verkehrslärm, Freizeitlärm, von Nachbarschaftsgeräuschen etc.) beschrieben. Die Zeitkonstante liegt bei 125 ms. Dies bedeutet, dass kürzerer Ereignisse auf diese Bezugszeit gedehnt = gemittelt werden. Die Bewertung mit der Filterkurve „A“ bedeutet nichts anderes, als dass die Signalauswertung auf das menschliche Hörvermögen abgestimmt wurde und damit z.B. tiefe Frequenzen weniger stark als hohe Frequenzen gewertet werden, da der Mensch im höheren Frequenzbereich die bessere Wahrnehmung (die höhere Sensibilität) hat.

    Neben dem LA,max wird zumeist bei extremen Ereignissen wie z.B. beim Schießlärm oder bei Knallen auch der Peak-Pegel ohne Zeitbewertung herangezogen, da auch hierfür medizinische Beurteilungsgrundlagen vorliegen. Die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) legen beispielweise nahe, Kinder keinen Spitzenpegeln größer LA,peak = 120 dB auszusetzen! Und Erwachsene sollten sich bei Spitzenpegeln größer LA,peak = 140 dB vorsehen und Maßnahmen zum Schallschutz treffen.

    Im Bereich des Arbeitnehmerinnen-Schutzes sind darüber hinaus Pegel mit der sogenannten „C-Bewertung“ gebräuchlich bzw. per Regelwerk vorgeschrieben. Die C-Bewertung legt eine höhere Gewichtung an tiefere Frequenzen an als die A-Bewertung, was z.B. bei der Verwendung von persönlichem Schallschutz (Kopfhörer, In-Ohr-Stöpsel etc.) von Bedeutung ist, die in der Regel sehr gut gegen hohe Frequenzen helfen, aber bei tiefen Frequenzen nicht so gut – als wie gewünscht dämmen. Ein im österr. Arbeitnehmerinnen-Schutz geltendes Gesetz, die „Verordnung Lärm und Vibrationen – VOLV“ legt u.a. fest, dass ArbeitnehmerInnen ab einer Spitzenpegeleinwirkung von LC,peak = 137 dB Gehörschutz zu tragen haben.

    Ebenfalls in Verwendung ist die „I-Bewertung“, die spezielle Bewertungszeiten (Zeitkonstante beim Pegelanstieg 35 ms, Zeitkonstante beim Pegelabfall 1,5 s) verwendet. So ist beispielsweise im Vergleich zwischen einem LA,f,max und einem LA,I,max ableitbar, ob es sich bei einem länger andauernden Geräusch (d.h. abseits von Einzelspitzen) mehr oder weniger um ein „impulshaltiges Geräusch“ (mögliche Klassifizierung eines tendenziell lästigen Geräusches) handelt.

    Andreas Doppler, 22.09.2018
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  • Admin um 15:37 am 9. January 2018 Permalink | antworten  

    Die Arbeit als gerichtlicher Sachverständiger 

    Die Kernarbeit von licht-/schall-/lärmtechnischen Sachverständigen (SV) besteht einfach erklärt darin, bestehende Belastungen zu messen und mögliche zukünftige Be-/Entlastungen zu berechnen. Wichtig ist dabei die Kenntnis der jeweils geltenden Gesetze, Normen und Richtlinien um die Feststellungen mit den facheinschlägigen Immissionsgrenzen vergleichen zu können. Diese Arbeit kann der SV im Auftrag von z.B. Privatpersonen, Unternehmen, Behörden wie auch im Auftrag von Gerichten durchführen.

    Bei Gericht kommt dem Sachverständigen die Aufgabe zu, der Richterin bzw. dem Richter als unabhängiges – zur Objektivität und Unparteilichkeit verpflichtetes Hilfsorgan zur Seite zu stehen. Typischerweise erhält der/die Sachverständige den vom Gericht mit konkreten Aufgaben und Fragen versehenen Auftrag gemeinsam mit dem ganzen Gerichtsakt im Original zugesandt. Mit dem sogenannten Befund werden örtliche und sachliche Gegebenheiten erfasst und dokumentiert. Im darauf aufbauenden Gutachten kommen die Schlussfolgerungen und die Beantwortung der gerichtlichen Fragen dran.

    Im Rahmen meiner Tätigkeit als gerichtlicher Sachverständiger darf ich schon auf einige besonders interessante Fälle zurückschauen. Das wären beispielsweise …

    • eine Klage zwischen Nachbarn, weil eine Hundezucht im Siedlungsgebiet lärmtechnisch zu prüfen war;
    • Klagen zwischen Nachbarinnen, weil Bäume und Sträucher das Sonnenlicht übermäßig einschränkten;
    • eine Klage zwischen Nachbarn, weil eine Solaranlage zu störenden Blendungen führt;
    • eine Klage gegen einen Schweinemastbetrieb, dessen Lüftungsanlage die Nachbarn über den Tag und die Nacht nicht zur Ruhe kommen ließ;
    • eine Klage gegen ein caritatives Wohnheim, deren Bewohner mit teils unüblichen Verhaltensweisen zumindest einen Nachbarn erzürnten;
    • eine Klage gegen ein Veranstaltungszentrum der Gemeinde, die das Gelände auch für private Feiern vermietete und der Lärm zu viel wurde;
    • eine Klage gegen eine Abfallsammelstelle der Gemeinde, bei der die Benützung zu jeder Zeit möglich war und das zumindest eine Nachbarin erzürnte;
    • und dergleichen mehr …

    Ein Fall der mir besonders gut in Erinnerung blieb, war jener – bei dem ein Besucher einer großen Sportveranstaltung, mit einem gasbetriebenen Signalhorn ein möglicher Gehörschaden zugeführt wurde. In der Folge erhielt ich den gerichtlichen Auftrag zu prüfen, welche Schalldruckpegel von solchen Signalhörnern überhaupt ausgehen bzw. ob es möglich ist, dass die „Gaströte“ in einer Entfernung von 25 cm bis 50 cm vom Ohr einen Schalldruckpegel größer 160 dB erreichen kann. Die technische Bestimmung war notwendig, damit der medizinische Sachverständige darauf aufbauend den Schaden am Ohr des Menschen beurteilen konnte.

    Für diese Prüfung wurden sogleich mehrere verschiedene –  der „Täterbeschreibung“ entsprechende – Signalhörner angeschafft und in einem siedlungsfernen abgesperrten Areal damit Schallmessungen vorgenommen. Wie allgemein üblich waren die Rechtsvertretungen der Parteien (d.h. die Anwälte und Anwältinnen), aber auch der Betroffene (der Kläger) zur Messung anwesend. Die Herren mussten auf meine Anweisung hin Gehörschutz tragen. Es war schon absehbar, dass die Versuche an den Hupen mit viel Lärm verbunden waren.

    Anbei eine Fotodokumentation (Auszug) der zum Versuch herangezogenen Signalhörner:

    Hupe 01

    Anbei ein Pegelschrieb zu einer Messung im Abstand von 170 cm zur Hupe mit Pegelwerten von Lpeak ≤ 138 dB = LC,Peak ≤ 135 dB bzw. LA,max ≤ 119 dB:

    Hupe 02a

    Die drei unterschiedlichen Parameter beschreiben dasselbe Signal/Ereignis. Die Unterschiede beruhen aber darauf, dass Schall/Lärm dem Hörvermögen des Menschen folgend frequenzmäßig zu bewerten ist und andererseits die Fachwelt auch unterschiedliche Zeitbewertungen (z.B. der LA,max wird auf eine Zeitkonstante von 125 Millisekunden bezogen ausgewertet) kennt. Im gegenständlichen Fall ist der wesentliche Unterschied zwischen den Parametern auf eine Frequenzbewertung (C-Filter und A-Filter) zurückzuführen.

    Das Ergebnis der Analysen zeigte dann auf, dass am Bespiel der fünf Gasdruckfanfaren messtechnisch und weiter rechentechnisch abgeleitet wurde, dass selbst im Abstand von 25 cm zur Quelle und natürlich auch in größerer Entfernung keine Einwirkung von Schalldruckpegeln größer Lpeak = 155 dB festzustellen war und das Schalldruckspitzenniveau regulär binnen der ersten Sekunde (d.h. zum Anfang der Auslösung) vorlag, dann nach einem Plateau von rd. 10 sec. schnell eine Abnahme des Schalldrucks folgte.

    Andreas Doppler, 09.01.2018
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  • Admin um 8:57 am 17. November 2017 Permalink | antworten  

    Wärmepumpe: der Verdampfer in Nachbars Garten 

    Wurde bisher im städtischen Siedlungsbau die heizungstechnische Infrastruktur im Wesentlichen von Gas- und Fernwärmeversorgungen geprägt, vollzieht sich augenblicklich ein Wandel. Durch die modernen Alternativen wie Solaranlagen, kleine Blockkraftheizwerke, Wärmepumpen etc. beginnen immer mehr Wohnbauträger und Haubesitzer auf eine autonome Klimatisierung und Heizungsversorgung umzustellen. Aus umwelttechnischer Sicht hat dies aber auch eine Vermehrung von möglichen Schallquellen und – im Falle von Solaranlagen z.B. Blendlichtquellen – zur Folge.

    Im eng begrenzen Siedlungsraum mit zumeist weniger als 10 m Abstand zum benachbarten Schlafraumfenster – stellt uns dies vor neue Herausforderungen in Bezug auf die Planung und Auslegung dieser Anlagen. So wird neben der anlageneigenen Effizienz (Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit etc.) auch der Immissionsschutz bei den meisten der neuen Anlagen relevant.

    WPA01

    Die in der österreichischen Schalltechnik übliche Bewertungsmethode leitet sich primär von der ÖAL Richtlinie Nr. 3-1 (derzeit Stand von 2008) ab. Grob vereinfacht erklärt, soll ein fremdes Anlagengeräusch in der Nachbarschaft (d.h. bereits an der Grundgrenze des Nachbarn bzw. letztens an dessen Schlafraumöffnung) nicht unzulässig hoch in Erscheinung treten. Unzulässig wäre in der Regel eine „unzumutbare Belästigung“ und selbstverständlich darf keine „Gesundheitsgefährdung“ von der Anlage ausgehen. Die von den WPA-Verdampfern typischerweise ausgehenden Dauergeräusche (anhaltender Laufbetrieb) sollten bevorzugt nicht höher als das ortsübliche „Hintergrundgeräusch“ (technisch definiert durch den sogenannten Basispegel) zu liegen kommen.

    Alternativ kann man auch vom ortsüblichen Gesamtgeräusch/Umweltlärm (gesamte Einwirkung von allen ortsüblichen Schallquellen) ausgehen und sollte die anlageneigenen Dauergeräusche um wenigstens 5 dB (zumeist 10 dB) niedriger anlegen, damit diese unter dem Gesamtgeräusch/Umweltlärm „abtauchen“ und weniger stark in Erscheinung treten.

    Um einem häufigen Irrtum entgegenzutreten: die neuen technischen Anlagen müssen nicht „unhörbar“ gemacht werden. Es besteht kein Recht, dass eine bestehende leise Umgebungsgeräuschlage nicht durch neue Bauten/Anlagen verändert werden darf. Sie verstehen: sonst würde sich zu leicht bei jeder Entwicklung ein Gegner finden lassen. Dem muss das Recht/die Behörde auch gegenhalten können. Und die „Grenzwerte“ gelten zudem für den „durchschnittlich hörenden Erwachsenen und das durchschnittlich hörende Kind“. Besondere Sensibilitäten werden behördenseitig oder vor Gericht selten gewertet.

    Andererseits kann sich beim Einwirken von mehreren neuen Anlagen (z.B. verschiedener Eigentümer) die Notwendigkeit ergeben, dass sich alle diese neuen Anlagen einen Grenz-/Zielwert teilen müssen und sich jede einzelne Anlage akustisch zurücknehmen muss, damit in Summe die örtliche Situation zumutbar bleibt.

    Sinnbild für die schalltechnische Zielvorgabe: Das Anlagengeräusch sollte bestenfalls nah dem Basispegel liegen, jedenfalls aber ausreichend weit unter dem Gesamtgeräusch/Umweltlärm.

    WPA02

    Leider finden sich auch Anlagen, bei denen diese Vorgehensweise übersehen wurde. Im nachstehenden Beispiel wurde im Abstand von ca. 12 m von der bestehenden Verdampferanlage ein Dauergeräusch von LA,eq ~ 48 dB zur Nachtzeit (zwischen 02:00 – 03:00 Uhr lt. Pegelschrieb) erhoben. Die ortsübliche Basispegellage liegt am betreffenden Grundstück (nahe der Westbahn-Eisenbahnstrecke und der B 1 Landesstraße) gut 16 dB niedriger.

    WPA03

    Ich denke Sie verstehen wie unangenehm es werden kann, wenn um 02:00 – 03:00 Uhr in der Früh plötzlich ein Dröhnen/Brummen der Nachbaranlage für Wirbel sorgt.

    Andreas Doppler, 17.11.2017
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  • Admin um 12:37 am 27. October 2017 Permalink | antworten  

    Geschwindigkeiten im Kreisverkehr 

    Kreisverkehre ersetzen vermehrt ampelgesteuerte Kreuzungen. Fahrdynamisch reduzieren sich dabei die häufigen Beschleunigungen (Ampelstarts) und Bremsmanöver. Dies ist aus schalltechnischer Sicht zu begrüßen, weil es für die Nachbarn akustisch und subjektiv von Vorteil (angenehmere Geräuschkulisse) ist und durch die Wahl von ausreichend großen Kreisradien wird eher vermieden, dass es zu lästigem Kurvenquietschen bei den Kfz-Reifen kommt. Allerdings wissen wir natürlich, dass KraftfahrerInnen mit provozierter Fahrweise immer wieder negativ auffallen.

    Nichtsdestotrotz wird in der Regel in Kreisverkehren mit einer geringeren Geschwindigkeit gefahren, als dies vergleichsweise eine gerade Strecke bei z.B. grüner Ampelphase erlaubt. Auf die Frage, wie weit sich die durchschnittliche Fahrtgeschwindigkeit senkt, haben wir Geschwindigkeitsmessungen an zwei gewählten Beispielen im Ortsgebiet von Bad Hofgastein und im Ortsgebiet von Salzburg durchgeführt. So liegt bei beiden Kreisverkehren im Durchschnitt über alle gezählten Fahrzeuge (Pkw und Lkw etc.) die Geschwindigkeit im Kreisverkehr unter 30 km/h, anstatt den üblichen 50 km/h auf gerader Strecke.

    In Bezug auf die Emissionsschallpegel des Verkehrs (Ableitung nach RVS 04.02.11) entspricht die Geschwindigkeitsreduktion einem Rückgang der Schallemission um ca. 4 – 5 dB(A). Berücksichtigt man, dass oftmals im Kreisverkehr eine Betonfahrbahn aufgelegt wird (diese ist belastbarer als die üblichen Asphaltbetondecken, jedoch auch im Abrollgeräusch lauter) verbleibt immer noch ein Vorteil bzw. eine Minderung um ca. 3 – 4 dB(A).

    Tab. 7:     Zusammenfassung der Verkehrserhebungen an den bestehenden Kreisverkehren

    Verkehrsknoten Zählung vom Kfz im Zählzeitraum Geschwindigkeiten [km/h]
    Ø V85 Vmax
    Viertelanschlussstelle Hagenau 27.09.2017 453 Kfz 27 31 41
    Kreisverkehr B 167 Bad Hofgastein 26.09.2017 2.614 Kfz 17 23 43

    Kreisverkehre01

    Andreas Doppler, 27.10.2017
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  • Admin um 19:48 am 29. September 2017 Permalink | antworten  

    Vergleich von Messung und Berechnung (am Beispiel einer Verschattung) 

    Die Arbeit des Sachverständigen erfordert immer eine angemessene Genauigkeit und die Absicht, realitätsnahe Ergebnisse zu liefern. Und jede Messung und Berechnung kann nur so gut werden – wie die zur Analyse verwendeten Ausgangsdaten es erlauben. Natürlich muss das Messgerät und/oder das Berechnungsprogramm auch fehlerfrei arbeiten! Es ist aber immer ein Unding, einfach einem beliebigen Ergebnis Glauben zu schenken, ohne dessen Plausibilität zu hinterfragen und zu prüfen.

    Wie eine Technikerweisheit meint: „Verrechnen kann man sich leicht ums Zehnfache (z.B. Kommastellenverrückung), sich um´s Doppelte oder mehr zu Verschätzen geht kaum“. Soll heißen, eine Schätzung kann/muss gar nicht viel schlechter sein als eine im guten Glauben durchgeführte Berechnung auf mehrere Kommastellen.

    Heutzutage sind die EDV-gestützten Möglichkeiten aber bereits unglaublich ausgereift. In der Schalltechnik/Akustik liegt mittlerweile bei sorgfältiger Vorbereitung und Arbeit kaum mehr ein Unterschied zwischen dem Ergebnis einer Messung und einer Berechnung vor. Und wie das nachfolgende Beispiel zeigen soll, werden auch Sonnenstandsberechnungen modelltechnisch sehr gut abgebildet.

    Bildskizze 1:

    Darstellung einer Ist-Bestandslage (eine Gruppe von Fichten des Nachbarn), die vereinfacht in einem Rechenmodell nachgebildet wurde. Es zeigt sich zum ausgewählten Zeitpunkt ein lotrechter Schattenwurf der Fichten auf das nahe Gebäude und der Schattenwurf der eigenen Gartenmauerung bedeckt gut die Hälfte des Aufenthaltsbereiches.

    Fichten Modell01

    Fotodokumentationen 1 + 2:

    Fichten Foto01

    Fichten Foto02

    Diesbezüglich bestätigen die Fotodokumentationen vor Ort die erwarteten Ergebnisse. So kann dem zur Berechnung herangezogenen Programm zugesprochen werden, realitätsnahe Ergebnisse zu liefern. Und mit dieser Voraussetzung ist auch das Vertrauen eher gerechtfertigt, dass mit dem Programm auch zukünftige Ereignisse und Zustände (z.B. das Simulieren von höheren und dichteren Beflanzungen u.dgl.) gut abgebildet werden können.

    Andreas Doppler, 29.09.2017
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  • Admin um 13:27 am 10. April 2016 Permalink | antworten  

    Messgeräte in der Schalltechnik 

    Entsprechend der ÖNORM S 5004:2008 „Messung von Schallimmissionen“ dürfen in Österreich im „amtlichen und rechtsgeschäftlichen Verkehr, im Gesundheitswesen, im Umweltschutz, sowie im Verkehrs und Sicherheitswesen“ nur Schallpegelmesser und Prüfschallquellen verwendet werden, die vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen geprüft, eichfähig und freigegeben sind. So müssen die Messgeräte auch mindestens alle zwei Jahre einer Nacheichung unterzogen werden. Die dazugehörigen Prüfschallquellen sind sogar mindestens jährlich zu prüfen bzw. zu eichen.

    Schallpegelmessgeräte für den professionellen Einsatz müssen grundsätzlich hohe Anforderungen erfüllen, damit die Messergebnisse nicht aufgrund von gerätebedingten Abweichungen oder Toleranzen variieren. Zur „Grundausrüstung“ des Messgerätes gehören dabei die Erfassung eines „energieäquivalenten Dauerschallpegels“ (Leq) und die Erfassung von Spitzenpegeln (Lmax) in der Zeitkonstante „fast“ und die Korrektur zu einer A-Bewertung (Anpassung der Messwerte an das Hörvermögen des Menschen).

    Zusätzlich sollten die Messgeräte auch statistische Auswertungen zum sogenannten Basispegel (LA,95) und mittlerem Spitzenpegel (LA,1) erlauben. Funktionen wie z.B. die Erhebung von detaillierten Frequenzen (Terz- oder Oktavbandanalysen, Fast-Fourier-Analysen und dgl.) stellen zumeist Erweiterungen dar, die eine tiefergehende Analyse der Messergebnisse erlauben. Und neben der A-Bewertung sind für unterschiedliche Anwendungszwecke auch noch andere Bewertungen (z.B. C-Bewertung im ArbeitnehmerInnenschutz, D-Bewertung für tieffrequente Geräusche etc.) gebräuchlich.

    International sind Genauigkeitsklassen normiert und Präzisionsschallpegelmessgeräte der Klasse A (Genauigkeitsklasse 0,7 dB) sind dabei für den Einsatz im Freien (d.h. nur Laborgeräte sind üblicherweise noch genauer) die beste Wahl.

    Foto links: Einsatz als Handgerät              Foto rechts: Einsatz als Umweltmessstation

    Messgerät01Messgerät02

     

     

     

     

     

     

     

     

    Andreas Doppler, 10.04.2016
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  • Admin um 16:16 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Baulärmmonitoring Halbanschlussstelle Hagenau bei Salzburg 

    Zwischen April und Dezember 2015 liefen die wesentlichen Arbeiten zur Errichtung der Halbanschlussstelle Hagenau (liegt an der A 1 West Autobahn zwischen der Ast. Salzburg Nord und Salzburg Messe). Unter anderem ist an dieser Baustelle bemerkenswert, dass das Amt der Salzburger Landesregierung bzw. die ASFINAG als Bauwerber im Auftrag der UVP Behörde ein ständiges Monitoring von Luft- und Bauschallimmissionen (d.h. Dokumentation des Baulärms an zwei Messpunkten) während den Errichtungsarbeiten durchführen lassen.

    So erlauben die messtechnischen Kontrollen an den gewählten Messpunkten jeweils den Vergleich mit den Ergebnissen der UVP/UVE-Unterlagen. Zeichnet sich bei den ausgewerteten Messungen eine übermäßige Belastung durch Baulärm ab, erfolgt eine Information an die Bauaufsicht und den baustelleneigenen Ombusmann, damit Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Für diese Messung haben wir zwei geeichte Schallpegelmessgeräte der Firma NTI (Typ XL2) mit wetterfesten Mikrofonhaltungen in Verwendung. Die Geräte liefen mit Ausnahme von wenigen Stromausfällen beim Baustrom einwandfrei und haben allen widrigen Witterungen getrotzt. 

    AD, 18.11.2015

     
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