{"id":297,"date":"2017-10-10T23:44:33","date_gmt":"2017-10-10T21:44:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/?p=297"},"modified":"2025-12-06T17:44:24","modified_gmt":"2025-12-06T16:44:24","slug":"die-schallleistung-von-luft-waermepumpen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/die-schallleistung-von-luft-waermepumpen\/","title":{"rendered":"Die Schallleistung von Luft-W\u00e4rmepumpen"},"content":{"rendered":"<p>Von der Vielzahl an akustischen Parametern z.B. einer Luft-W\u00e4rmepumpe beschreiben die <strong>Begriffe &#8222;Schallleistungspegel&#8220; (Kenngr\u00f6\u00dfe der Emission) und &#8222;Schalldruckpegel&#8220; (Kenngr\u00f6\u00dfe der Immission)<\/strong> die wesentlichsten akustischen Eigenschaften der Anlage. Und als typische Schallquellen an z.B. einer Luft-W\u00e4rmepumpe sind die Ventilatoren, die Verdichter (Kompressoren), Rohrleitungen und Luftkan\u00e4le und u.U. schwingende Geh\u00e4useteile (oftmals die vibrierenden Bleche) anzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Vereinfacht ausgedr\u00fcckt steht <strong>der Schallleistungspegel f\u00fcr die Gesamtheit an Schall-Energie<\/strong>, die von der Anlage w\u00e4hrend dem Betrieb abgegeben wird &#8211; w\u00e4hrend der <strong>Schalldruckpegel am Ort der Einwirkung<\/strong> die \u00fcbertragene Rest-Energie beschreibt, die u.a. vom Menschen dort wahrgenommen werden kann.<\/p>\n<p>Die Kenntnis der Emission und das Wissen vom Abstand zwischen der Quelle und dem Empf\u00e4nger erlaubt schon mit einfachen Rechenformeln (Taschenrechner-Absch\u00e4tzung) die Berechnung der zu erwartenden Immission am gew\u00fcnschten Betrachtungsort. Verbessert wird die Sch\u00e4tzung, wenn auch noch Umgebungsbedingungen wie z.B. reflektierende W\u00e4nde, Richtwirkungen der Anlage, Abschirmungen etc. in der Sch\u00e4tzung ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Diesem Prinzip folgen auch die im Internet von verschiedenen Herstellern und Interessensverb\u00e4nden zur Verf\u00fcgung gestellten &#8222;Schallrechner&#8220;, mit denen teils schon recht komfortabel eine Immissionsabsch\u00e4tzung gelingt. So mag mit ein wenig Erfahrung eine grobe Immissionsabsch\u00e4tzung gelingen, die nicht mehr als 3 &#8211; 5 dB von einer exakteren modelltechnischen oder messtechnischen Kontrolle abweicht.<\/p>\n<p>Leider sind die u.a. von den Herstellern ver\u00f6ffentlichten Schallleistungsangaben aber nicht immer eindeutig. Allzu oft werden Schallleistungsangaben angef\u00fchrt, die nicht die h\u00f6chsten der Anlage im Regelbetrieb zuzuschreibenden Zust\u00e4nde &#8211; sondern Teillastzust\u00e4nde bei bestimmten mittleren Umgebungs- und Wassertemperaturen ber\u00fccksichtigen. Und das geschieht nicht einmal in b\u00f6ser Absicht, da die Methode mit den vereinheitlichen Pr\u00fcfpunkten sogar normativ geregelt ist, um eine Vergleichbarkeit von Anlagen diverser Hersteller zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>So legt u.a. die \u00d6NORM EN 12102:2013 \u201eKlimager\u00e4te, Fl\u00fcssigkeitsk\u00fchls\u00e4tze, W\u00e4rmepumpen und Entfeuchter mit elektrisch angetriebenen Verdichtern zur Raumbeheizung und -k\u00fchlung, Messung der Luftschallemissionen &#8211; Bestimmung des Schallleistungspegels\u201c wie folgt fest (Auszug):<\/p>\n<p><em>Allgemein gilt, dass der Schallleistungspegel von den Betriebsbedingungen des Ger\u00e4tes abh\u00e4ngt. Schallmessungen sind unter genormten Nennbetriebsbedingungen durchzuf\u00fchren. Das Ger\u00e4t muss f\u00fcr die Pr\u00fcfung nach den in den Montage- und Betriebsanleitungen nach der Normenreihe EN 14511 enthaltenen Empfehlungen des Herstellers eingebaut und angeschlossen werden.Die wahlweise mitgelieferten Zubeh\u00f6rteile (z. B. Heizelement) d\u00fcrfen nicht in die Pr\u00fcfung mit einbezogen werden. Der Beharrungszustand der Anlage gilt als erreicht und aufrechterhalten, wenn alle gemessenen Gr\u00f6\u00dfen unter Ber\u00fccksichtigung der in Tabelle 2 angegebenen Grenzabweichungen konstant bleiben. Die Ger\u00e4uschmessung darf fr\u00fchestens nach 30 min Betrieb im Beharrungszustand der Anlage beginnen&#8230;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Und es gibt meinem Wissen nach auch keine Vorschrift zur Bestimmung der spezifischen Schallleistung f\u00fcr den Abtauvorgang. Der Betriebsmodus wird in der \u00d6NORM EN 14511-Reihe wie folgt behandelt, Zitat: <em>Bei Pr\u00fcfung unter Betriebs-Leistungsbedingungen f\u00fcr Au\u00dfenluft nach EN 14511-2:2004, Tabelle 3 und Tabelle 9, <strong><u>wird empfohlen<\/u><\/strong>, die Vorbehandlungsperiode mit einem automatisch oder manuell eingeleiteten Abtauzyklus zu beenden. <\/em>Die \u201eEmpfehlung\u201c ist demnach eine Kann- aber keine Muss-Bestimmung!<\/p>\n<p>Die &#8222;Klassiker&#8220; zur Vermessung einer Luft-Wasser-W\u00e4rmepumpe sind nach \u00d6NORM EN 14511-2 z.B. mit den Pr\u00fcfpunkten &#8222;A7\/W45&#8220; (7\u00b0C Au\u00dfenlufttemperatur und 45\u00b0C Wasseraustrittstemperatur) und &#8222;A2\/W35&#8220; (2\u00b0C Au\u00dfenlufttemperatur und 35\u00b0C Wasseraustrittstemperatur) anzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Dabei bleibt aber ungepr\u00fcft, welche Schallleistung dieselbe Anlage bei &#8211; in \u00d6sterreich zur kalten Jahreszeit orts\u00fcblichen Au\u00dfentemperaturen von deutlich weniger als 2\u00b0C aufweist. Die Erfahrung bei der Nachmessung von bereits installierten Anlagen zeigt, dass die Anlagen im realen Einsatz dann bis zu ca. 10 dB h\u00f6here Emissionen aufweisen k\u00f6nnen. Eine Pegelhebung um 10 dB entspricht subjektiv einer Verdopplung der Lautheit.<\/p>\n<p><strong>So kann eine im guten Glauben gef\u00fchrte Immissionsabsch\u00e4tzung auf Basis einer zu niedrig angesetzten Schallleistung selbstverst\u00e4ndlich nur zu einem falschen (zu niedrigen) Rechenergebnis f\u00fchren.<\/strong> Aus diesem Grund ist anzuraten, vor Beginn einer Anlagenplanung und der zugeh\u00f6rigen Immissionsabsch\u00e4tzung folgende Informationen zus\u00e4tzlich vom Hersteller abzufragen:<\/p>\n<ul>\n<li>A-bewertete Schallleistung [Lw,A] bei Volllastbetrieb (ung\u00fcnstigster Regelbetriebszustand mit Angabe der kritischen Temperaturen);<\/li>\n<li>A-bewertete Schallleistung [Lw,A] bei Sonderbetriebsphasen (z.B. Abtaubetrieb der Anlage mit Angabe der durchschnittlichen Dauer und H\u00e4ufigkeit);<\/li>\n<li>Richtwirkungen der Anlage (z.B. bevorzugte Abstrahlungen nach vorne, durch das Geh\u00e4use geminderte Abstrahlungen zur Seite etc.);<\/li>\n<li>Informationen zur Ger\u00e4uschcharakteristik der Anlage (z.B. tonale Ger\u00e4usche bei Leistungsbetrieb sind mit Zuschl\u00e4gen zur Immission zu bewerten).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Andreas Doppler, 10.10.2017<br \/>\n\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad<a href=\"http:\/\/www.sachverstand.org\" target=\"_blank\">http:\/\/www.sachverstand.org<\/a><\/p>\n<p>AKUSTIK\u00a0 |\u00a0 LICHTTECHNIK |\u00a0 UMWELTMANAGEMENT<br \/>\nGUTACHTEN- UND SACHVERST\u00c4NDIGENDIENST<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Online-Seminar \u201eDie W\u00e4rmepumpe in Nachbars Garten. 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