{"id":433,"date":"2017-11-17T08:57:31","date_gmt":"2017-11-17T07:57:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/?p=433"},"modified":"2025-11-02T16:04:58","modified_gmt":"2025-11-02T15:04:58","slug":"waermepumpe-der-verdampfer-in-nachbars-garten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/waermepumpe-der-verdampfer-in-nachbars-garten\/","title":{"rendered":"W\u00e4rmepumpe: der Verdampfer in Nachbars Garten"},"content":{"rendered":"<p>Wurde bisher&nbsp;im st\u00e4dtischen Siedlungsbau die heizungstechnische Infrastruktur im Wesentlichen von&nbsp;Gas- und Fernw\u00e4rmeversorgungen gepr\u00e4gt, vollzieht sich augenblicklich ein Wandel. Durch die modernen Alternativen wie Solaranlagen, kleine Blockkraftheizwerke, W\u00e4rmepumpen etc. beginnen immer mehr Wohnbautr\u00e4ger und Haubesitzer auf eine autonome Klimatisierung und Heizungsversorgung umzustellen. Aus umwelttechnischer Sicht hat dies aber auch eine Vermehrung von m\u00f6glichen Schallquellen und &#8211; im Falle von Solaranlagen z.B. Blendlichtquellen &#8211; zur Folge.<\/p>\n<p>Im eng begrenzen Siedlungsraum mit&nbsp;zumeist weniger als 10 m Abstand zum benachbarten Schlafraumfenster &#8211; stellt uns dies vor neue Herausforderungen in Bezug auf die Planung und Auslegung dieser Anlagen. So wird neben der anlageneigenen Effizienz (Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit etc.) auch der Immissionsschutz bei den meisten der neuen Anlagen relevant.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-434\" src=\"http:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA01.jpg\" alt=\"WPA01\" width=\"664\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA01.jpg 1157w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA01-300x162.jpg 300w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA01-768x414.jpg 768w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA01-1024x552.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 664px) 100vw, 664px\" \/><\/p>\n<p>Die in der \u00f6sterreichischen Schalltechnik \u00fcbliche Bewertungsmethode leitet sich prim\u00e4r von der \u00d6AL Richtlinie Nr. 3-1 (derzeit Stand von 2008) ab. Grob vereinfacht erkl\u00e4rt, soll ein fremdes Anlagenger\u00e4usch in der Nachbarschaft (d.h. bereits an der Grundgrenze des Nachbarn bzw. letztens an dessen Schlafraum\u00f6ffnung) nicht unzul\u00e4ssig hoch in Erscheinung treten. Unzul\u00e4ssig w\u00e4re in der Regel eine &#8222;unzumutbare Bel\u00e4stigung&#8220; und selbstverst\u00e4ndlich darf keine &#8222;Gesundheitsgef\u00e4hrdung&#8220; von der Anlage ausgehen. Die von den WPA-Verdampfern typischerweise ausgehenden Dauerger\u00e4usche&nbsp;(anhaltender Laufbetrieb) sollten bevorzugt nicht h\u00f6her als&nbsp;das orts\u00fcbliche &#8222;Hintergrundger\u00e4usch&#8220; (technisch definiert durch den sogenannten Basispegel) zu liegen kommen.<\/p>\n<p>Alternativ kann man auch vom orts\u00fcblichen Gesamtger\u00e4usch\/Umweltl\u00e4rm (gesamte Einwirkung von allen orts\u00fcblichen Schallquellen) ausgehen und sollte die anlageneigenen Dauerger\u00e4usche um wenigstens 5 dB (zumeist 10 dB) niedriger&nbsp;anlegen, damit diese unter dem Gesamtger\u00e4usch\/Umweltl\u00e4rm&nbsp;&#8222;abtauchen&#8220; und weniger stark in Erscheinung treten.<\/p>\n<p>Um einem h\u00e4ufigen Irrtum entgegenzutreten: die neuen technischen Anlagen m\u00fcssen nicht &#8222;unh\u00f6rbar&#8220; gemacht werden. Es besteht kein&nbsp;Recht, dass eine bestehende leise Umgebungsger\u00e4uschlage nicht durch neue Bauten\/Anlagen ver\u00e4ndert werden darf. Sie verstehen: sonst w\u00fcrde sich zu leicht bei jeder Entwicklung ein Gegner finden lassen. Dem muss das Recht\/die Beh\u00f6rde auch gegenhalten k\u00f6nnen. Und die &#8222;Grenzwerte&#8220; gelten zudem f\u00fcr den \u201edurchschnittlich h\u00f6renden Erwachsenen und das durchschnittlich h\u00f6rende Kind\u201c. Besondere Sensibilit\u00e4ten werden beh\u00f6rdenseitig oder vor Gericht selten gewertet.<\/p>\n<p>Andererseits kann sich beim Einwirken von mehreren neuen Anlagen (z.B. verschiedener Eigent\u00fcmer) die Notwendigkeit ergeben, dass sich alle diese neuen Anlagen einen Grenz-\/Zielwert teilen m\u00fcssen und sich jede einzelne Anlage akustisch zur\u00fccknehmen muss, damit in Summe die \u00f6rtliche Situation zumutbar bleibt.<\/p>\n<p>Sinnbild f\u00fcr die schalltechnische Zielvorgabe: Das Anlagenger\u00e4usch sollte bestenfalls nah dem Basispegel liegen, jedenfalls aber ausreichend weit unter dem Gesamtger\u00e4usch\/Umweltl\u00e4rm.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-435\" src=\"http:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA02.jpg\" alt=\"WPA02\" width=\"868\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA02.jpg 1693w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA02-300x141.jpg 300w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA02-768x361.jpg 768w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA02-1024x481.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 868px) 100vw, 868px\" \/><\/p>\n<p>Leider finden sich auch Anlagen, bei denen diese Vorgehensweise \u00fcbersehen wurde. Im nachstehenden Beispiel wurde im Abstand von ca. 12 m von der bestehenden Verdampferanlage ein Dauerger\u00e4usch von LA,eq ~ 48 dB zur Nachtzeit (zwischen 02:00 &#8211; 03:00 Uhr lt. Pegelschrieb)&nbsp;erhoben. Die orts\u00fcbliche Basispegellage liegt am betreffenden Grundst\u00fcck (nahe der Westbahn-Eisenbahnstrecke&nbsp;und der B 1 Landesstra\u00dfe) gut 16 dB niedriger.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-436\" src=\"http:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA03.jpg\" alt=\"WPA03\" width=\"862\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA03.jpg 1729w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA03-300x82.jpg 300w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA03-768x211.jpg 768w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/WPA03-1024x281.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px\" \/><\/p>\n<p>Ich denke Sie verstehen wie unangenehm es werden kann, wenn um 02:00 &#8211; 03:00 Uhr in der Fr\u00fch pl\u00f6tzlich ein Dr\u00f6hnen\/Brummen der Nachbaranlage f\u00fcr Wirbel sorgt.<\/p>\n<p>Andreas Doppler, 17.11.2017<br \/>\n\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad<a href=\"http:\/\/www.sachverstand.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sachverstand.org<\/a><\/p>\n<p>AKUSTIK&nbsp; |&nbsp; LICHTTECHNIK |&nbsp; UMWELTMANAGEMENT<br \/>\nGUTACHTEN- UND SACHVERST\u00c4NDIGENDIENST<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wurde bisher&nbsp;im st\u00e4dtischen Siedlungsbau die heizungstechnische Infrastruktur im Wesentlichen von&nbsp;Gas- und Fernw\u00e4rmeversorgungen gepr\u00e4gt, vollzieht sich augenblicklich ein Wandel. 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