{"id":563,"date":"2018-05-06T11:53:30","date_gmt":"2018-05-06T09:53:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/?p=563"},"modified":"2025-11-02T16:03:52","modified_gmt":"2025-11-02T15:03:52","slug":"haustechnik-wie-laut-darf-leise-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/haustechnik-wie-laut-darf-leise-sein\/","title":{"rendered":"Haustechnik &#8211; Wie laut darf leise sein?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nahezu jedes Ger\u00e4t, insbesondere&nbsp;Heizungen, K\u00fchlger\u00e4te, W\u00e4rmepumpen und&nbsp;L\u00fcftungen, verursacht Ger\u00e4usche. Doch wie laut darf der Schall im Wohn- oder Schlafzimmer sein, damit er nicht st\u00f6rt?<\/strong><\/p>\n<p>Um diese Frage zu beantworten braucht es das Wissen um die Emission der betreffenden Anlage, aber auch das Wissen um die Akustik im betreffenden Raum. So waren in den guten alten 70-\/80-igern unsere Wohnungen noch reichlich mit&nbsp;Teppichen,&nbsp;Vorh\u00e4ngen und stoffbespannten M\u00f6beln&nbsp;ausgestattet, die durch die absorbierenden Eigenschaften dieser Materialien auch akustisch ein &#8222;wohnliches Raumklima&#8220; schafften. Diese wohnliche Raumakustik l\u00e4sst sich u.a. durch den Parameter der &#8222;Nachhallzeit&#8220; (jene Zeit, die der Schall eines Ereignisses braucht &#8211; um sich um 60 dB zu mindern) beschreiben und liegt beim durchschnittlichen Wohnraum&nbsp;(abh\u00e4ngig vom Raumvolumen und der Einrichtung) bei 0,5 Sekunden.<\/p>\n<p><strong>Ein Dauerger\u00e4usch in einem Wohn- oder Schlafraum, das von einer haustechnischen Anlage ausgeht, darf in der Regel 25 dB(A) nicht \u00fcbersteigen.<\/strong> Die bautechnischen Normen beziehen sich dabei zumeist&nbsp;auf die altgewohnte Einrichtungsmode und gehen von&nbsp;einer Nachhallzeit von 0,5 Sekunden (s) aus. <strong>Wirken wohnungs\u00e4u\u00dfere und -innere Schallquellen mit je 25 dB(A) zusammen, addiert sich der Pegel auf 28 dB(A)<\/strong> (energetische Rechenregel; die Verdopplung der Quelle\/Energie entspricht einem Anstieg um 3 dB, ein gut wahrnehmbarer Unterschied &#8211; aber keine Verdopplung der Lautheit wie oft falsch angenommen) &#8211; und w\u00e4re nach den geltenden Normen (z.B. OIB-Richtlinie Nr. 5) auch&nbsp;zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Heute sind Wohnungen eher schlicht eingerichtet: kaum Textilien, daf\u00fcr glatte (schallharte) Parkette, Glasfl\u00e4chen&nbsp;und Fliesen. Der Schall wird nicht geschluckt, sondern hallt verst\u00e4rkt nach und verl\u00e4ngert die Nachhallzeit um Zehntel-Sekunden. Das klingt nach wenig, liefert aber einen deutlich wahrnehmbaren Unterschied.&nbsp;Mit jeder Zehntelsekunde mehr Nachhallzeit wird es grob gesch\u00e4tzt im Raum um ein Dezibel (dB, A-bewertet entsprechend dem menschlichen Geh\u00f6rverm\u00f6gen) lauter. Damit d\u00fcrfen normgem\u00e4\u00df noch zul\u00e4ssig, die haustechnischen Anlagen letztlich auch mit h\u00f6heren Innenpegeln (LA,max,nT bzw. LA,eq,nT) &gt; 28 dB einwirken.<\/p>\n<p><strong>In der Praxis wird als Qualit\u00e4tsziel aber ein Innenpegel von nur 23 dB(A) angesehen \u2013 ein Ger\u00e4uschpegel, den der Mensch typischerweise nur mehr bei sehr leiser Umgebung wahrnimmt.<\/strong><\/p>\n<p>Die L\u00fccke von \u2265 5 dB zwischen Erwartungshaltung und normativer Vorgabe l\u00e4sst sich praktisch nur mit Ma\u00dfnahmen schlie\u00dfen. \u00dcberdies geht es nicht nur um die St\u00e4rke des Ger\u00e4uschs, sondern auch um dessen Qualit\u00e4t: Ist es ein Surren, Singen, Pfeifen oder bei sehr tiefen Frequenzen ein Brummen &#8211;&nbsp;wird es vom Menschen&nbsp;schnell als l\u00e4stig empfunden.<\/p>\n<p>Wird beispielsweise ein&nbsp;kellerseitiges Ger\u00e4t&nbsp;nicht schwingungsentkoppelt aufgestellt\/montiert, kann der Schall im Haus \u201espazieren gehen\u201c. So sucht sich der&nbsp;Schall (Luft- wie K\u00f6rperschall) \u00fcber kleinste Schallbr\u00fccken (Befestigungselemente, Fehlstellen im &#8222;schwimmenden&#8220; Estrich, \u00dcbergang von Anlagenschall ins nahe Mauerwerk, Montagel\u00f6cher und Spalten&nbsp;etc.)&nbsp;seinen Weg. Abhilfe schafft hier nur eine sorgf\u00e4ltige Planung und Ausf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Liegt der Innenpegel im Raum dennoch zu hoch, sind zur Nacht (tags\u00fcber maskiert der h\u00f6here Umgebungsschall zumeist die Ger\u00e4usche\/L\u00e4stigkeiten)&nbsp;Teillastschaltungen von L\u00fcftungen zu empfehlen.&nbsp;\u00dcber eine niedrigere Ventilatordrehzahl lasse sich sehr viel erreichen, da&nbsp;sich dadurch&nbsp;sowohl der Schall des Ventilators als auch das aerodynamische Ger\u00e4usch an den raumseitigen Auslassd\u00fcsen verringert.&nbsp;Eine um 25% reduzierte Drehzahl vermindert den Ger\u00e4uschpegel beispielsweise um bis zu&nbsp;6 dB. Auch Schalld\u00e4mpfer im System hemmen nat\u00fcrlich das Ger\u00e4usch. Der Handel bietet dazu mittlerweile eine Palette von Produkten an. Beide Ma\u00dfnahmen (Drehzahlminderung und Schalld\u00e4mpfung) haben zudem den Vorteil, dass zumeist auch unangenehme Ger\u00e4uschcharakteristiken wie z.B. ein Surren, Pfeifen, Singen etc. deutlich zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Wer sich zu diesem Thema tiefergehend informieren m\u00f6chte, dem empfehle ich den Vortrag, den ich f\u00fcr Kunden der Fa. HOVAL im M\u00e4rz 2018 halten durfte. <a href=\"https:\/\/www.hoval.at\/de_AT\/Wie-laut-darf-leise-sein%3F-Schall-in-Geb%C3%A4uden-\/wie_laut_darf_leise_sein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vortrag Hoval M\u00e4rz 2018 &#8222;Wie laut darf leise sein?&#8220;<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-574\" src=\"http:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/HOVAL55.jpg\" alt=\"HOVAL55\" width=\"1000\" height=\"707\" srcset=\"https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/HOVAL55.jpg 877w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/HOVAL55-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.sachverstand.org\/blog11\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/HOVAL55-768x543.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Andreas Doppler, 06.05.2018<br \/>\n\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad\u00ad<a href=\"https:\/\/www.sachverstand.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.sachverstand.org<\/a><\/p>\n<div class=\"text_block\">\n<p>AKUSTIK&nbsp; |&nbsp; LICHTTECHNIK |&nbsp; UMWELTMANAGEMENT<br \/>\nGUTACHTEN- UND SACHVERST\u00c4NDIGENDIENST<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahezu jedes Ger\u00e4t, insbesondere&nbsp;Heizungen, K\u00fchlger\u00e4te, W\u00e4rmepumpen und&nbsp;L\u00fcftungen, verursacht Ger\u00e4usche. 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