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  • Admin um 12:33 am 6. October 2018 Permalink  

    Du Schatz, da brummt was! 

    Hersteller von Wärmepumpen legen seit Jahren besonderes Augenmerk darauf, leise Wärmepumpen zu entwickeln. Dennoch kann es zu Spannungen mit den Nachbarn kommen, wenn eine Anlage an einer schalltechnisch ungünstigen Stelle installiert wird. Doch wie laut darf eine technische Anlage im Außenbereich überhaupt sein?

    Fachleute verweisen hierfür auf folgende Faustregel: „Das Dauergeräusch einer technischen Anlage soll so dimensioniert sein, dass es sich von den ortsüblichen Hintergrundgeräuschen der leisen Stunden (des Tages, des Abends, der Nacht) nicht abhebt.“

    Zur konkreten Ermittlung der Hintergrundgeräusche der leisen Stunden, müsste aber eine Messung (z.B. über einen ganzen Tag bzw. ein ganzes Wochenende) erfolgen. Da für die Installation von Geräten wie Wärmepumpen, Klimaanlagen, Schwimmbadpumpen und dergleichen zu privaten Wohngebäuden aufwendige Messungen der Umgebungsgeräusche selten wirtschaftlich sind, wurden von einigen Bundesländern amtsseitig Richt- wie Grenzwerte (was darf von der Anlage beim Nachbarn ankommen) in Baugesetzen, Verordnungen, Förderrichtlinien etc. festgelegt.

    Für die zumeist kritischeren Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr liegen die Vorgaben in ländlichen Wohn­gebieten typischerweise bei höchstens 30 dB(A) an der nachbarlichen Grundstücksgrenze und bei höchstens 25 dB(A) im Schlafraum. Wurden im jeweiligen Bundesland keine gesetzlichen Grenzwerte festgelegt und/oder droht der nachbarliche Konflikt vor Gericht ausgetragen zu werden, ist man mit einer professionellen Schallmessung vor und nach der Inbetriebnahme der Anlage allerdings besser abgesichert.

    Wichtig ist weiter, die zu erwartende Schallemission (was sendet die Anlage aus?) bereits in der Planungsphase zu ermitteln (Auswahl des Gerätetyps) und den dazu geeigneten Aufstellungsort zu suchen. Zusätzlich sollten folgende Informationen zur Wärmepumpe beim Hersteller eingeholt werden:

    • Beziehen sich Herstellerwerte auf die maximale Schallleistung der Anlage? Oft werden von Herstellern geringere Schallleistungen – für sogenannte Normprüfpunkte der ÖNORM EN 14511 bei Temperaturen über dem Nullpunkt – angeführt.
    • Ist eine fix einstellbare Nachtabsenkung mit geringerer Schallleistung möglich?
    • Hat die Anlage einen unauffälligen Geräuschcharakter oder ist mit unangenehmen Betriebsgeräuschen wie z.B. Tieftonlastigkeiten (störendes Brummen) oder markanten Tönen (Singen, Surren etc.) zu rechnen?

    Generell gilt, dass man mit einer Aufstellung nah an der Grundstücksgrenze bzw. nah am Nachbarhaus Gefahr läuft, die Grenzwerte nicht einzuhalten. Daher sollte man von vornherein alternative Aufstellorte für die Anlageteile im Freien in Betracht ziehen und auch andere Parameter wie der Einfluss von reflektierenden Gebäudeteilen nahe dem Aufstellort, die Bauform der Anlage (Stichwort: Richtwirkungen) und die Eigenheiten des Betriebsgeräuschs sind in die Planung mit einzubeziehen.

    Erfahren Sie mehr im Webinar-Video, welches ich für die Firma Hoval im September abhielt. Sie erreichen den Vortrag unter diesem Link (Weiterleitung zum Datendienst http://www.youtube.com, Bildquelle: TB Doppler, Videoquelle: Hoval).

    Hoval Sept1

    Andreas Doppler, 06.10.2018
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  • Admin um 18:30 am 1. January 2018 Permalink | antworten  

    Feuerwerke zu Silvester in einer Wohnsiedlung 

    Unsere besten Glückwünsche für Ihr 2018; Wir hoffen, dass Sie gut im neuen Jahr angekommen sind!

    Was für die Einzelnen ein riesen Spaß ist (und ich muss eingestehen – war in jüngeren Jahren ebenfalls der Knallerei zugetan), bringt Anderen zum Teil Sorgen. So ist für z.B. empfindliche Personen, jene die sich dem „Vergnügen“ nicht entziehen können (z.B. Personen in Altenheimen und Krankenhäusern etc.) und für zahlreiche Haustiere das Abschießen von Raketen und insbesondere das Abfeuern von Knallkörpern bekanntermaßen ein großes Leid. Und was wäre ich für ein Immissionstechniker, wenn ich dazu nicht etwas Fachliches beizutragen hätte, smile.

    Als Musterbeispiel darf ich Ihnen Messergebnisse zeigen und kommentieren, die ich zur gestrigen Nacht in meiner Umgebung aufgenommen habe.

    Foto links: Messposition am Balkon, Foto rechts: verkehrsberuhigter Innenhof der Wohnsiedlung „Lange Allee“ in Linz

    Silvester MP

    Messung zum MP-01 (Balkonmessung in rd. 30 bis 40 m zu den Sprengstellen), Auswertung für die Zeit von 23:50 – 00:10 Uhr des 31.12.2017/01.01.2018:

    Silvester Erg1

    Messung zum MP-02 (Schlafzimmermessung bei geschlossenem Fenster), Auswertung für die Zeit von 23:50 – 00:10 Uhr des 31.12.2017/01.01.2018:

    Silvester Erg2

    Wie man dem ersten Pegelschrieb entnehmen kann, liegen am Balkon – in einer Entfernung von mehr als 30 m – durch das Feuerwerken in der intensiven Zeit vor/nach Mitternacht Spitzenpegel von LC,peak ≤ 140 dB (entspricht dem – auf 125 Millisekunden gemittelten Wert von LA,F,max = 115 dB) vor. Und selbst im Schlafrauminneren (bei geschlossen gehaltenen Fenstern und heruntergelassenen Rollläden) waren noch Spitzenpegel von LC,Peak ≤ 106 dB (entspricht dem – auf 125 Millisekunden gemittelten Wert von LA,F,max = 79 dB) zu dokumentieren!

    Die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation legen beispielweise nahe, Kindern keinen Spitzenpegeln größer Lpeak = 120 dB auszusetzen! Und Erwachsene sollten sich keinen Spitzenpegeln größer Lpeak = 140 dB aussetzen. Ein im Arbeitnehmerinnen-Schutz geltendes Gesetz (Verordnung Lärm und Vibrationen – VOLV) legt fest, dass Arbeitnehmerinnen ab einer Spitzenpegeleinwirkung von LC,peak > 137 dB unbedingt Gehörschutz zu tragen haben.

    Dementsprechend ist bereits ein Aufenthalt innerhalb von 30 m zur Sprengstelle bereits als Gesundheitsgefahr für Erwachsene zu werten! Kinder dürften sich auch in größerem Abstand von der Sprengstelle nicht aufhalten und sollten dem Feuerwerk bevorzugt aus dem Rauminneren beiwohnen. So genügt bereits eine einmalige hohe Belastung um einen Schaden am Gehör auszulösen! Manchmal ist ein Gehörsturz oder Vergleichbares sofort bemerkbar, andere Schäden wirken schleichend und sind erst später – teils erst im fortgeschrittenen Alter – am teilweisen bis gänzlichen Gehörverlust  (die Dosis macht das Gift) schuld.

    Verbot privater Feuerwerke gilt auch zu Silvester

    Gemeinden wie z.B. die Stadt Linz wiesen in der Vergangenheit schon mehrmals darauf hin, dass das Abfeuern von Feuerwerkskörpern der Kategorie 2 bis 4 im Ortsgebiet grundsätzlich verboten ist. Die Regelung gilt natürlich auch zum Jahreswechsel. Nicht einmal Feuerwerkskörper der Kategorie 2 – dazu zählen Mini-Raketen, Vulkanfontänen, Sprungräder, Knallfrösche, Blitzknallkörper, Doppelschläge und Pyrodrifter – dürfen im Linzer Stadtgebiet gezündet werden. Gesetzeskonform sind ausschließlich pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 1, wie etwa Partyknaller, Tischfeuerwerke, Wunderkerzen und ähnliches mehr. Wer sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen hält, muss mit Strafen bis zu 3.600 Euro rechnen.

    Andreas Doppler, 01.01.2018
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  • Admin um 8:57 am 17. November 2017 Permalink | antworten  

    Wärmepumpe: der Verdampfer in Nachbars Garten 

    Wurde bisher im städtischen Siedlungsbau die heizungstechnische Infrastruktur im Wesentlichen von Gas- und Fernwärmeversorgungen geprägt, vollzieht sich augenblicklich ein Wandel. Durch die modernen Alternativen wie Solaranlagen, kleine Blockkraftheizwerke, Wärmepumpen etc. beginnen immer mehr Wohnbauträger und Haubesitzer auf eine autonome Klimatisierung und Heizungsversorgung umzustellen. Aus umwelttechnischer Sicht hat dies aber auch eine Vermehrung von möglichen Schallquellen und – im Falle von Solaranlagen z.B. Blendlichtquellen – zur Folge.

    Im eng begrenzen Siedlungsraum mit zumeist weniger als 10 m Abstand zum benachbarten Schlafraumfenster – stellt uns dies vor neue Herausforderungen in Bezug auf die Planung und Auslegung dieser Anlagen. So wird neben der anlageneigenen Effizienz (Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit etc.) auch der Immissionsschutz bei den meisten der neuen Anlagen relevant.

    WPA01

    Die in der österreichischen Schalltechnik übliche Bewertungsmethode leitet sich primär von der ÖAL Richtlinie Nr. 3-1 (derzeit Stand von 2008) ab. Grob vereinfacht erklärt, soll ein fremdes Anlagengeräusch in der Nachbarschaft (d.h. bereits an der Grundgrenze des Nachbarn bzw. letztens an dessen Schlafraumöffnung) nicht unzulässig hoch in Erscheinung treten. Unzulässig wäre in der Regel eine „unzumutbare Belästigung“ und selbstverständlich darf keine „Gesundheitsgefährdung“ von der Anlage ausgehen. Die von den WPA-Verdampfern typischerweise ausgehenden Dauergeräusche (anhaltender Laufbetrieb) sollten bevorzugt nicht höher als das ortsübliche „Hintergrundgeräusch“ (technisch definiert durch den sogenannten Basispegel) zu liegen kommen.

    Alternativ kann man auch vom ortsüblichen Gesamtgeräusch/Umweltlärm (gesamte Einwirkung von allen ortsüblichen Schallquellen) ausgehen und sollte die anlageneigenen Dauergeräusche um wenigstens 5 dB (zumeist 10 dB) niedriger anlegen, damit diese unter dem Gesamtgeräusch/Umweltlärm „abtauchen“ und weniger stark in Erscheinung treten.

    Um einem häufigen Irrtum entgegenzutreten: die neuen technischen Anlagen müssen nicht „unhörbar“ gemacht werden. Es besteht kein Recht, dass eine bestehende leise Umgebungsgeräuschlage nicht durch neue Bauten/Anlagen verändert werden darf. Sie verstehen: sonst würde sich zu leicht bei jeder Entwicklung ein Gegner finden lassen. Dem muss das Recht/die Behörde auch gegenhalten können. Und die „Grenzwerte“ gelten zudem für den „durchschnittlich hörenden Erwachsenen und das durchschnittlich hörende Kind“. Besondere Sensibilitäten werden behördenseitig oder vor Gericht selten gewertet.

    Andererseits kann sich beim Einwirken von mehreren neuen Anlagen (z.B. verschiedener Eigentümer) die Notwendigkeit ergeben, dass sich alle diese neuen Anlagen einen Grenz-/Zielwert teilen müssen und sich jede einzelne Anlage akustisch zurücknehmen muss, damit in Summe die örtliche Situation zumutbar bleibt.

    Sinnbild für die schalltechnische Zielvorgabe: Das Anlagengeräusch sollte bestenfalls nah dem Basispegel liegen, jedenfalls aber ausreichend weit unter dem Gesamtgeräusch/Umweltlärm.

    WPA02

    Leider finden sich auch Anlagen, bei denen diese Vorgehensweise übersehen wurde. Im nachstehenden Beispiel wurde im Abstand von ca. 12 m von der bestehenden Verdampferanlage ein Dauergeräusch von LA,eq ~ 48 dB zur Nachtzeit (zwischen 02:00 – 03:00 Uhr lt. Pegelschrieb) erhoben. Die ortsübliche Basispegellage liegt am betreffenden Grundstück (nahe der Westbahn-Eisenbahnstrecke und der B 1 Landesstraße) gut 16 dB niedriger.

    WPA03

    Ich denke Sie verstehen wie unangenehm es werden kann, wenn um 02:00 – 03:00 Uhr in der Früh plötzlich ein Dröhnen/Brummen der Nachbaranlage für Wirbel sorgt.

    Andreas Doppler, 17.11.2017
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  • Admin um 17:11 am 11. October 2017 Permalink | antworten  

    Wirkung von Schallschutzhauben 

    Im Auftrag der CeOPe Energietechnik GmbH wurden betreffend der akustischen Wirkung des Schallschutzsystems vom Typ Silent S1 Schallmessungen nach ÖNORM S 5004 durchgeführt und in Anlehnung an das Verfahren nach ÖNORM EN ISO 3746 (Hüllflächenverfahren der Genauigkeitsklasse 3) Schallleistungen und die maßnahmenbedingten Minderungen abgeleitet.

    So zeigte sich am Betrieb eines Split‐Klimagerätes der Firma FUJITSU, dass das System der Schallschutzhaube Silent S1 eine Pegelminderung des Betriebsgeräusches in der Größenordnung von 14 dB (A‐bewertet) bewirkte. Wären die Umgebungsgeräusche zur Zeit der Messdurchführung geringer gelegen, hätten die Auswertungen noch höhere Wirkungen des Schallschutzsystems ableiten lassen. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen demnach auf der sicheren Seite und überzeichnen keinesfalls die Schirmwirkung des untersuchten Systems. Weiter wurde mit dem Schallschutzsystem eine zuvor beim Betrieb des Split‐Klimagerätes gegebene signifikante Tonhaltigkeit im Bereich zwischen 1.600 und 2.500 Hz zurückgenommen.

    Tonhaltige Anlagen werden facheinschlägig wegen der „Lästigkeit im Geräusch“ mit Aufschlägen von 3 bis 6 dB versehen und damit noch „lauter“ als gemessen beurteilt. Die menschliche Wahrnehmung ist insbesondere bei Frequenzen des mittleren und höheren Spektumbereiches (z.B. Surren, Quietschen, Singen…) sehr empfindsam und nimmt Auffälligkeiten schnell als störend war, während wir bei tiefen Frequenzen in der Regel (natürlich gibt es auch hier Grenzen) weniger empfindlich reagieren.“

    Schutzhaube01

    Folglich sind solche Schallschutzhauben gut geeignet, die eine oder andere kritische Immissionslage im Nachbarschaftsbereich noch beherrschbar zu bekommen.

    Andreas Doppler, 11.10.2017
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  • Admin um 23:44 am 10. October 2017 Permalink | antworten  

    Die Schallleistung von Luft-Wärmepumpen 

    Von der Vielzahl an akustischen Parametern z.B. einer Luft-Wärmepumpe beschreiben die Begriffe „Schallleistungspegel“ (Kenngröße der Emission) und „Schalldruckpegel“ (Kenngröße der Immission) die wesentlichsten akustischen Eigenschaften der Anlage. Und als typische Schallquellen an z.B. einer Luft-Wärmepumpe sind die Ventilatoren, die Verdichter (Kompressoren), Rohrleitungen und Luftkanäle und u.U. schwingende Gehäuseteile (oftmals die vibrierenden Bleche) anzuführen.

    Vereinfacht ausgedrückt steht der Schallleistungspegel für die Gesamtheit an Schall-Energie, die von der Anlage während dem Betrieb abgegeben wird – während der Schalldruckpegel am Ort der Einwirkung die übertragene Rest-Energie beschreibt, die u.a. vom Menschen dort wahrgenommen werden kann.

    Die Kenntnis der Emission und das Wissen vom Abstand zwischen der Quelle und dem Empfänger erlaubt schon mit einfachen Rechenformeln (Taschenrechner-Abschätzung) die Berechnung der zu erwartenden Immission am gewünschten Betrachtungsort. Verbessert wird die Schätzung, wenn auch noch Umgebungsbedingungen wie z.B. reflektierende Wände, Richtwirkungen der Anlage, Abschirmungen etc. in der Schätzung berücksichtigt werden.

    Diesem Prinzip folgen auch die im Internet von verschiedenen Herstellern und Interessensverbänden zur Verfügung gestellten „Schallrechner“, mit denen teils schon recht komfortabel eine Immissionsabschätzung gelingt. So mag mit ein wenig Erfahrung eine grobe Immissionsabschätzung gelingen, die nicht mehr als 3 – 5 dB von einer exakteren modelltechnischen oder messtechnischen Kontrolle abweicht.

    Leider sind die u.a. von den Herstellern veröffentlichten Schallleistungsangaben aber nicht immer eindeutig. Allzu oft werden Schallleistungsangaben angeführt, die nicht die höchsten der Anlage im Regelbetrieb zuzuschreibenden Zustände – sondern Teillastzustände bei bestimmten mittleren Umgebungs- und Wassertemperaturen berücksichtigen. Und das geschieht nicht einmal in böser Absicht, da die Methode mit den vereinheitlichen Prüfpunkten sogar normativ geregelt ist, um eine Vergleichbarkeit von Anlagen diverser Hersteller zu unterstützen.

    So legt u.a. die ÖNORM EN 12102:2013 „Klimageräte, Flüssigkeitskühlsätze, Wärmepumpen und Entfeuchter mit elektrisch angetriebenen Verdichtern zur Raumbeheizung und -kühlung, Messung der Luftschallemissionen – Bestimmung des Schallleistungspegels“ wie folgt fest (Auszug):

    Allgemein gilt, dass der Schallleistungspegel von den Betriebsbedingungen des Gerätes abhängt. Schallmessungen sind unter genormten Nennbetriebsbedingungen durchzuführen. Das Gerät muss für die Prüfung nach den in den Montage- und Betriebsanleitungen nach der Normenreihe EN 14511 enthaltenen Empfehlungen des Herstellers eingebaut und angeschlossen werden.Die wahlweise mitgelieferten Zubehörteile (z. B. Heizelement) dürfen nicht in die Prüfung mit einbezogen werden. Der Beharrungszustand der Anlage gilt als erreicht und aufrechterhalten, wenn alle gemessenen Größen unter Berücksichtigung der in Tabelle 2 angegebenen Grenzabweichungen konstant bleiben. Die Geräuschmessung darf frühestens nach 30 min Betrieb im Beharrungszustand der Anlage beginnen…

    Und es gibt meinem Wissen nach auch keine Vorschrift zur Bestimmung der spezifischen Schallleistung für den Abtauvorgang. Der Betriebsmodus wird in der ÖNORM EN 14511-Reihe wie folgt behandelt, Zitat: Bei Prüfung unter Betriebs-Leistungsbedingungen für Außenluft nach EN 14511-2:2004, Tabelle 3 und Tabelle 9, wird empfohlen, die Vorbehandlungsperiode mit einem automatisch oder manuell eingeleiteten Abtauzyklus zu beenden. Die „Empfehlung“ ist demnach eine Kann- aber keine Muss-Bestimmung!

    Die „Klassiker“ zur Vermessung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sind nach ÖNORM EN 14511-2 z.B. mit den Prüfpunkten „A7/W45“ (7°C Außenlufttemperatur und 45°C Wasseraustrittstemperatur) und „A2/W35“ (2°C Außenlufttemperatur und 35°C Wasseraustrittstemperatur) anzuführen.

    Dabei bleibt aber ungeprüft, welche Schallleistung dieselbe Anlage bei – in Österreich zur kalten Jahreszeit ortsüblichen Außentemperaturen von deutlich weniger als 2°C aufweist. Die Erfahrung bei der Nachmessung von bereits installierten Anlagen zeigt, dass die Anlagen im realen Einsatz dann bis zu ca. 10 dB höhere Emissionen aufweisen können. Eine Pegelhebung um 10 dB entspricht subjektiv einer Verdopplung der Lautheit.

    So kann eine im guten Glauben geführte Immissionsabschätzung auf Basis einer zu niedrig angesetzten Schallleistung selbstverständlich nur zu einem falschen (zu niedrigen) Rechenergebnis führen. Aus diesem Grund ist anzuraten, vor Beginn einer Anlagenplanung und der zugehörigen Immissionsabschätzung folgende Informationen zusätzlich vom Hersteller abzufragen:

    • A-bewertete Schallleistung [Lw,A] bei Volllastbetrieb (ungünstigster Regelbetriebszustand mit Angabe der kritischen Temperaturen);
    • A-bewertete Schallleistung [Lw,A] bei Sonderbetriebsphasen (z.B. Abtaubetrieb der Anlage mit Angabe der durchschnittlichen Dauer und Häufigkeit);
    • Richtwirkungen der Anlage (z.B. bevorzugte Abstrahlungen nach vorne, durch das Gehäuse geminderte Abstrahlungen zur Seite etc.);
    • Informationen zur Geräuschcharakteristik der Anlage (z.B. tonale Geräusche bei Leistungsbetrieb sind mit Zuschlägen zur Immission zu bewerten).

    Andreas Doppler, 10.10.2017
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  • Admin um 13:13 am 24. March 2017 Permalink | antworten  

    Dauergeräusche von haustechnischen Anlagen 

    Aktuell ist das Thema „Dauergeräusche von haustechnischen Anlagen“ ein Thema, da die Bundesländer zunehmend betreffend die Genehmigung von z.B. Luft-Wasser-Wärmepumpen Regelungen treffen. Und zudem wird auch im Arbeitsring für Lärmbekämpfung (ÖAL) an einem Richtlinienentwurf gearbeitet, der die Beurteilung von Luft-Wasser-Wärmepumpen, Heizungen, Klimageräten, Schwimmbadpumpen und dergleichen mehr (also vorwiegend Anlagen, die mehr dem privaten Baubereich und weniger dem gewerblichen und industriellen Bereich zuzuordnen sind) neu aufstellen soll. Die Grundidee wird dabei sein, Unbedenklichkeitsschwellen festzulegen und eine Beurteilung weitgehend frei von der Notwendigkeit vorheriger (aufwendiger und teurer) Schallmessungen zu ermöglichen. Warten wir ab, es sind spannende Zeiten!

    Andreas Doppler, 23.03.2017
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  • Admin um 13:12 am 24. March 2017 Permalink | antworten  

    Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung (BStLärmIV) 

    Hoch aktuell ist die Entscheidung V 162/2015 des Verfassungsgerichtshofes vom 15.03.2017 zur Anwendbarkeit der Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung (BStLärmIV) am Beispiel des UVP-Vorhabens zur Wiener Außenringschnellstraße S1 „Lobauquerung“ in Wien. So wurde der Antrag „Teile der BStLärmIV für gesetzwidrig zu erklären“ abgewiesen. Das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ist keine unmittelbare Entscheidung über die Zulässigkeit des Baus oder dem Betrieb der Lobau-Autobahn. Dennoch kann aufbauend auf dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes nun das Bundesverwaltungsgericht sein Verfahren fortsetzen.

    Details finden Sie unter dem Link https://www.vfgh.gv.at/downloads/VfGH_Entscheidung_V_162-2015_Laermschutz_Lobau_anonym.pdf

    Angaben zur Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung (BStLärmIV)

    Per Bundesgesetz (BGBl. Nr. 215/2014) wurde am 2. September 2014 die Bundesstraßen-Lärmimmissions­schutz­verordnung (BStLärmIV) verordnet, die für neue Straßenbauvorhaben im hochrangigen Straßenverkehrsnetz (d.h. bei Schnellstraßen und Autobahnen) den Nachbarschaftsschutz regelt. Landesstraßen, die aus der Vergangenheit heraus im alltäglichen Sprachgebrauch noch als „Bundesstraßen“ (z.B. B 1 Wiener Straße, B 139 etc.) bezeichnet werden, sind nicht der Regelung der BStLärmIV unterworfen, da diese konkreterweise als „Landesstraßen“ nach den jeweiligen bundeslandspezifischen Vorschriften zu betrachten sind.

    Die BStLärmIV sieht ein gestaffeltes objektorientiertes Grenzwerteregime vor. Allgemein sind vorhabenbedingte Immissionseinträge mit Lden = 55,0 bzw. Lnight = 45,0 dB zulässig. Und bis zur Grenze der „unzumutbaren Belästigung“ durch Straßenverkehrslärm von Lden = 60,0 bzw. Lnight = 50,0 dB wird eine vorhabenbedingte Hebung der Ist-Lage bis zu 1,0 dB toleriert. Und für die Beurteilung einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Straßenverkehrslärm gelten Immissionsgrenzwerte von Lden = 65,0 bzw. Lnight = 55,0 dB, wobei die vorhabenbedingte Hebung der Ist-Lage im Einzelfall zu beurteilen ist und keinesfalls 1,0 dB zu überschreiten hat.

    Die Einhaltung des vorhabenbedingten Immissionseintrages und der Immissionsgrenzwerte ist gemäß § 8. (1) BStLärmIV vorrangig durch straßenseitige Maßnahmen sicherzustellen und in der Planungspraxis wird angestrebt, durch die straßenseitigen Maßnahmen den Schutz von Aufenthaltsflächen im Freien sicherzustellen. Erfahrungsgemäß ist im Gegensatz hierzu in höheren Geschossen aufgrund der typischerweise abnehmenden Abschirmung in höheren Lagen die Möglichkeit zum Setzen von baulichen Maßnahmen (Statik, Ortsbild, Wirtschaftlichkeit etc.) nur mehr eingeschränkt möglich und ersatzweise durch objektseitige Maßnahmen der Schallschutz umzusetzen.

    Andreas Doppler, 23.03.2017
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  • Admin um 9:32 am 6. February 2017 Permalink | antworten  

    Bauakustik – Nachbarschaftsschutz im Wohnbau 

    Vor kurzem erreichte mich eine Anfrage betreffend den Nachbarschaftsschutz in Wohnbauten. So waren im gegenständlichen Fall in einem Neubau aus der darüberliegenden Wohnung neben den Geh- und Laufgeräuschen (Trittschall) auch Musik- und Fernsehdarbietungen, Unterhaltungen etc. wahrzunehmen. Ich selbst kann Ihre Situation gut nachvollziehen. Bei mir sind es die Nachbarn im unteren Geschoss, die mich an Ihrem Leben teilhaben lassen. Die Sachlage ist diffizil, lässt sich aber wie folgt zusammenfassen:

    1. Die Baufirmen in Österreich haben die Verpflichtung die baurechtlichen Bestimmungen einzuhalten. In jedem Bundesland gibt es dazu Bauordnungen, Bautechnikverordnungen und dgl. Mittlerweile hat sich als Standard bei Neubauten die OIB Richtlinie Nr. 5 etabliert, die Vorgaben betreffend die Luft- und Trittschallschutz innerhalb und außerhalb von Gebäuden vorgibt. Dies sind jedoch lediglich Mindestanforderungen! Diese Richtlinie kann kostenfrei unter https://www.oib.or.at/oib-richtlinien/richtlinien/2015 bezogen werden.
    2. Eine Einhaltung der Mindestanforderungen muss bei Neubauten immer häufiger durch bauakustische Nachmessungen bestätigt werden. So hat der Eigentümer wie z.B. die Genossenschaft oder der Bauträger dies zu veranlassen und bekommt die Prüfberichte zu seinen Händen. So würde ich Ihnen vorerst empfehlen nachzufragen, ob solche Abnahmemessungen gemacht wurden und ob Ihnen Einsicht in die Unterlagen gewährt wird, bevor Sie eigene Messungen veranlassen.
    3. Leider ist es aber so, dass auch bei Einhaltung der Mindestanforderungen (das Baurecht wäre also erfüllt) zumeist Hörbarkeiten und Nachbarschaftsgeräusche zwischen den Wohnungen gegeben sind. Es wird nicht gefordert, Bauten so zu bauen, dass keine Hörbarkeiten vorliegen. Das ist zum Teil auch den modernen kostensparenden Bauweisen geschuldet, früher wurde halt massiver gebaut. Und vielfach haben die Nachbarn einfach kein Mitgefühl und keinen Anstand sich zurückzuhalten. In solchen Fällen ist das Baurecht nicht zuständig und es bedarf im äußersten Fall einer Unterlassungsklage am zivilen Gerichtsweg.
    4. Eine von Ihnen selbst veranlasste Bauakustikprüfung setzt voraus, dass die Nachbarn dieser Messung zustimmen. So müssten die Messungen wechselseitig in beiden Wohnungen erfolgen. Der Zutritt muss also gewährt werden. Das Ergebnis der Prüfung kann nur soweit helfen, dass man die Einhaltung der baurechtlich geforderten Mindestanforderungen überprüft und womöglich dort einen Mangel entdeckt. Die Kosten für eine bauakustische Begutachtung liegen je nach Umfang und Aufwand grob geschätzt bei EUR 800,- bis 1.800,- netto. Mit Umsatzsteuer also 20% mehr.

    Andreas Doppler, 06.02.2017
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  • Admin um 13:48 am 8. December 2016 Permalink | antworten  

    Baulärm – Nachbarschaftsschutzfragen 

    Betreffend die Errichtung von Bauwerken sind grundsätzlich die baurechtlichen Bestimmungen der Bundesländer wie z.B. Bauordnungen, Bautechnikverordnungen, Baupolizeiverordnungen etc. zu beachten. Und ein Teil der Bundesländer hat betreffend Baulärm auch ergänzende Anmerkungen in diesen Unterlagen verankert.

    So regelt u.a. die Oö. Bautechnikverordnung mit § 12 „Baulärm“, dass Bauarbeiten, die im Freien Lärm erzeugen, in Wohn- und Kurgebieten gemäß § 22 Abs. 1 und 3 Oö. Raumordnungsgesetz 1994 an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen überhaupt nicht, von Montag bis Freitag nur in der Zeit von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr und an Samstagen nur von 7.00 Uhr bis 14.00 Uhr vorgenommen werden. In allen anderen Baulandgebieten gemäß den §§ 21 bis 24 Oö. Raumordnungsgesetz 1994, mit Ausnahme von Industriegebieten, dürfen lärmerzeugende Bauarbeiten werktags in der Zeit von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr durchgeführt werden.

    Dabei dürfen alle im Zuge einer Bauarbeit erzeugten Geräusche (bezogen auf das offene Fenster des nächstgelegenen Aufenthaltsraums von Nachbarliegenschaften) einen maximal zulässigen Schalldruckpegel (Beurteilungspegel Lr) des dort herrschenden Gesamtlärms von 55 dB in Wohn- und Kurgebieten bzw. von 70 dB in allen anderen Baulandgebieten nicht überschreiten. Wiederkehrende Lärmspitzen (LA,max) dürfen 85 dB nicht überschreiten.

    Die zuständige Baubehörde hat allerdings die Möglichkeit befristete Ausnahmen (gegebenenfalls unter Vorschriebung von Ersatzmaßnahmen zur Sicherstellung des Nachbarschaftsschutzes im notwendigen Ausmaß) zu gewähren, wenn das Bauvorhaben andernfalls nicht ausgeführt werden könnte oder ein unverhältnismäßiger wirtschaftlicher Aufwand droht.

    Andere Bundesländer haben eigene Festlegungen wie z.B. Wien mit der Vorgabe zur Verwendung von jeweils emissionsärmsten Baugerätschaften getroffen. Es würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen, auf alle bundesländerspezifischen Regelungen hinzuweisen. Ich ersuche Sie daher, sich selbst darüber zu informieren. Eine große Hilfe dazu ist das Dokumentenarchiv des Bundeskanzleramtes (Rechtsinformationssystem des Bundes – RIS), welches über die Internetadresse http://www.ris.bka.gv.at/ zu erreichen ist.

    Wird Baulärm z.B. im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen (in der Regel für größere industrielle oder infrastrukturbezogene Bauvorhaben zutreffend) betrachtet, sind die Regelungen nach der ÖAL Richtlinie Nr. 3-1:2008 (Kapitel  8 Schallimmissionen von Baubetrieb) hilfreich. Diesem Regelwerk nach ist der Beurteilungspegel für baubedingte Geräusche (aufgrund der typischen Ton- und Impulshaltigkeiten, spricht den Auffälligkeiten und möglichen subjektiven Lästigkeiten) mit einem Anpassungswert von 5 dB zu beaufschlagen. Andererseits dürfen bei zeitlich kurz gehaltenen Bauarbeiten (von wenigen Tagen bis höchstens 4 Wochen) auch Abzüge in Rechnung gestellt werden.

    Übersteigt der Beurteilungspegel des Baubetriebes die flächenwidmungsspezifischen Planungsrichtwerte nach ÖNORM S 5021 oder liegt höher als die ortsübliche Ist-Lage, ist regulär eine eine individuelle schalltechnische und lärmmedizinische Beurteilung durchzuführen.

    Weiter führt die Richtlinie beispielsweise erprobte Einschränkungen und Maßnahmen (nachstehend aus Auszug der ÖAL RL 3-1:2008) an.

    – Ergeben Prognoseberechnungen für Lr,Bau einen höheren Wert als 65 dB, so ist eine regelmäßige schalltechnische Kontrolle durch Messung notwendig.

    – Bei längerfristigen Auftreten (ab 4 Wochen) eines Beurteilungspegels Lr,Bau von 65 dB bis 70 dB soll zum Schutz der Bevölkerung eine Mittagspause eingeführt werden.

    – Überschreitungen des Lr,Bau von 70 dB sind nicht kontinuierlich während der gesamten Woche zulässig. Sollten technische Schutzmaßnahmen nicht durchführbar oder nur mit unverhältnismäßig hohen Mehrkosten durchführbar sein, so sind diese hohen Pegel nur jeden zweiten Tag oder täglich halbtags zulässig.

    Und betreffend die Bauarbeiten von Bundesstraßen wurde mit der Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung (BStLärmIV) ein weiteres Dokument geschaffen, welches u.a. ein Bewertungs- und Beurteilungssystem für Baulärm bietet. Und auch diesem Regelwerk nach ist der Beurteilungspegel für baubedingte Geräusche mit einem Anpassungswert von 5 dB zu beaufschlagen, sofern diese nicht dem Verkehrsläm öffentlicher Straßen vergleichbar ist.

    Die Grenzen zur Gesundheitsgefährung werden laut Absatz 4 wie folgt gesetzt:

    Grenzwerte
    Tageszeit (6-19h)
    Abendzeit (19-22h)
    Nachtzeit (22-6h)
    An Werktagen
    Lr,Bau,Tag,W ≤ 67,0 dB
    Lr,Bau,Abend,W ≤ 60,0 dB
    Lr,Bau,Nacht ≤ 55,0 dB
    An Samstagen
    Lr,Bau,Tag,Sa ≤ 60,0 dB
    Lr,Bau,Abend,Sa ≤ 55,0 dB
    An Sonn-/Feiertagen
    Lr,Bau,Tag,So ≤ 55,0 dB
    Lr,Bau,Abend,So ≤ 55,0 dB

    Dabei ist zu beachten, dass die Beurteilung des werktägigen Tages- und Abendzeitraumes auf einen mittleren Beurteilungspegel (Durchschnitt über einen Regelmonat von 20 Bauarbeitstagen) bezogen gilt und grundsätzlich bei allen Beurteilungszeiträumen als maßgebliche Immissionspunkte die Nachbargebäudefassaden gelten und folglich keine Beurteilung an z.B. vorgelagerten Gärten und Terrassen zu treffen ist.

    Aktuell steht die Bundesstraßen-Lärmimmissionsschutzverordnung im Fokus einer Prüfung durch den Bundesverwaltungsgerichtshof. Es bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen das Gericht trifft und ob eventuell die Verordnung zur Gänze oder zu Teilen einer Überarbeitung zu unterwerfen sein wird.

    Andreas Doppler, 08.12.2016
    ­­­­­­­­­­­­­­­­­­http://www.sachverstand.org

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  • Admin um 12:44 am 10. January 2016 Permalink | antworten  

    Lärmzulässigkeitsprüfung für Drohnen 

    Entsprechend der Zivilluftfahrzeug-Lärmzulässigkeitsverordnung 2005 in der geltenden Fassung (d.h. inkl. späteren Novellierungen) ist vom Halter eines Zivilluftfahrzeuges bzw. vom Hersteller in der Regel ein Nachweis vorzulegen, dass durch den Betrieb des Zivilluftfahrzeuges kein übermäßiger Lärm entsteht. Dies betrifft üblicherweise Fluggeräte wie Ultraleichtflugzeuge, Tragschrauber, nicht eigenstartfähige Motorsegler, Luftschiffe, Heißluft-Luftschiffe, motorisierte Hänge- und Paragleiter und unbemannte Luftfahrzeuge (UAV´s).  Die Details sind in dem Bundesgesetz nachzulesen, welches u.a. kostenfrei unter der Adresse http://www.ris.bka.gv.at geladen werden kann.

    Zusätzlich erlaubt das österreichische Luftfahrtgesetz (LFG) seit der Novelle vom 1.1.2014 auch den Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen (umgangssprachlich auch „Drohnen“ genannt). Hierzu erteilt die Austro Control die jeweilige luftfahrtrechtliche Bewilligung. Darüber hinaus liegt es in der Verantwortung des „Betreibers“ alle weiteren rechtlich relevanten Bestimmungen (z.B. Datenschutz, Bewilligung zum Betrieb innerhalb von Sicherheitszonen, gewerberechtliche Bewilligung,  Naturschutz usw.) einzuhalten.

    Bei Modellen bis 79 Joule Bewegungsenergie (ca. 250 Gramm Fluggewicht) wie z.B. Mini-Spielzeughubschrauber, Minimodelle aus Schaumstoff u.ä. ist der Betrieb bis zu einer Flughöhe von max. 30 m erlaubt. Diese „Spielzeuge“ fallen nicht unter den Anwendungsbereich des Luftfahrtgesetzes, aber eine Gefährdung von Personen oder Sachen muss natürlich ausgeschlossen sein. Sonstige Fluggeräte fallen in den Anwendungsbereich der Vorschrift.

    Als Lärmgrenzwert wird dabei für unbemannte Luftfahrzeuge bis 150 kg (ausgenommen bei Antrieb über Strahltriebwerke) ein Spitzenschallpegel von LA,max = 82 dB, gemessen aus 25 m Entfernung angeführt. Die Lärmmesspunkte befinden sich in einer Höhe von einem Meter über dem Boden und einem Winkel von 45°, 90° und 135° zur Vorausrichtung der Längsachse des unbemannten Luftfahrzeuges der Klasse 1 auf der Auspuffseite (sofern vorhanden).

    Dass für solche Messungen in Österreich nur vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen zugelassene und geeichte  Messgeräte verwendet werden dürfen, leitet sich aus den Vorgaben der ÖNORM S 5004:2008 „Messung von Schallimmissionen“ (Umweltmessungen) bzw. den ÖNORMEN EN ISO 3744, 3746 oder vgl. (Messungen an Geräten und Anlagen) ab.

    Alle gemessenen Schalldruckpegel und Angaben zur Technik des Fluggerätes, den Betriebsweisen, der  Wetterlage, der Topografie und Umgebung des Testgeländes etc. müssen in einem Messbericht zusammengefasst werden.

    Erfahrungsgemäß ist die Einhaltung des Grenzwertes für Fluggeräte mit Elektroantrieb möglich. Beispielsweise zeigte sich bei der Messung einer semiprofessionellen „Kameradrohne“ (Hexakopter mit darunter angebrachter Spiegelreflexkamera) selbst bei höchster Zuladung mit einem Spitzenpegel von LA,max = 61 dB eine deutliche Unterschreitung des Grenzwertes.

    Andreas Doppler, 10.01.2016
    ­­­­­­­­­­­­­­­­­­www.sachverstand.org

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  • Admin um 19:24 am 19. November 2015 Permalink | antworten  

    Akustik von Luft-Wärmepumpen 

    Als Hauptschallquellen an einer luftbasierenden Wärmepumpe (LWP) sind typischerweise Ventilatoren, Verdichter (Kompressoren), Rohrleitungen, Luftkanäle und schwingende Verkleidungsbleche anzuführen. In Österreich werden die immissionstechnischen Wirkungen in der Regel auf die nächsten nachbarlichen Grundgrenzen beurteilt. Dort sind die Immissionsgrenzwerte für die Tageszeit (6-19 Uhr) und Abendzeit (19-22 Uhr) bzw. formal auch zur Nachtzeit (22-6 Uhr) einzuhalten. Da aber zur Nachtzeit ein längerer Aufenthalt von Personen oder gar eine Nachtruhe im Freien unüblich ist, zielt die humanmedizinische Beurteilung bei Genehmigungsverfahren in der Praxis eher auf die nächstgelegenen Schlafzimmerfenster ab. Dabei haben die Nachbarn grundsätzlich das Recht, die Fenster offen/gekippt zu halten.

    Angewandte Praxis ist die Begrenzung von Anlagen mit andauerndem Betrieb auf den sogenannten Basispegel [LA,95] in Dezibel. Der Basispegel ist – vereinfacht erklärt – das Umgebungsgeräusch, bei dem vor Ort subjektiv Ruhe (z.B. zwischen einzelnen Kfz- oder Zugvorbeifahrten) erfahren wird, da der Pegel kaum mehr niedriger sinkt. Zur Bemessung entscheidend ist die Stunde mit der größten Differenz „Umgebung zu Anlagengeräusch“. So wird bei einem gleichförmigen Anlagenbetrieb zumeist der niedrigste Basispegel zur Nachtkernzeit (0-5 Uhr) geltend und betreffend die Nachtzeit wird in der Regel die „ungünstigste Stunde“ zur Beurteilung herangezogen!

    Minutenweise auftretende „lautere Betriebsarten“ (z.B. das Abtauen der Wärmepumpe oder ein kürzerer Leistungsbetrieb zur Warmwasseraufbereitung) werden über eine Stunde gemittelt bewertet und mit der ortsübliche Umgebungslärmlage (in diesem Fall nicht mit dem Basispegel, sondern dem energieäquivalenten Dauerschallpegel [LA,eq] der Umgebung) in Vergleich gestellt.

    Übersteigt die Anlagenimmission die ortsübliche Umgebungslärmlage (d.h. den Basispegel im Dauerbetrieb bzw. den energieäquivalenten Dauerschallpegel im Sonderbetriebsmodus) bedarf der Einzelfall der eingehenden Analyse, ob die durch den Betrieb der Anlage zu erwartenden Immissionen noch im zumutbaren Bereich liegen oder nicht. Als absolute Obergrenze gilt selbstverständlich die Gefahr für die Gesundheit – und diese Beurteilung bleibt alleine dem medizinischen Sachverstand vorbehalten.

    Alternativ sind einzelne Landesregierungen auch dazu übergegangen, mit eigenen Richtlinien für die Beurteilung im baurechtlichen Genehmigungsverfahren – von den jeweiligen Flächenwidmungen abhängige Obergrenzen festzulegen. Diese Regelungen haben das Ziel, dass – im Wissen dass mancherorts auch sehr niedrige Basispegel ortsüblich sein können – nicht für jede Anlage eine gesonderte messtechnische Erhebung der Basispegel erforderlich wird. Allenfalls ist z.B. bei tatsächlich sehr niedrigen Vorbelastungen oder im Wissen, dass im Untersuchungsgebiet mehrere Anlagen geplant sind (Stichwort: Berücksichtigung einer Immissionsreserve für die anderen Anlagen) mit der nötigen Umsicht vorzugehen.

    Lärmgrenzen im ländlichen Wohngebiet (Kat. 2 nach ÖNORM S 5021), Informationsstand Aug. 2018:

    Bundesland Quelle

    Lr,zul
    6 – 19h

    Lr,zul
    19 – 22h

    Lr,zul
    22
    – 6h

    Tirol (1) Gas-, Heizungs- u. Klimaanlagenverordnung 2014,
    LGBl. 80/2014

    40 dB

    35 dB

    30 dB

    Salzburg Beiblatt Nr. W158-5-15 zur Einreichung

    40 dB

    35 dB

    30 dB

    Kärnten Informationsblatt „Luftwärmepumpen“, Abt. SE – Schall- u. Elektrotechnik

    40 / 35 dB (2)

    35 / 30 dB (2)

    30 / 25 dB (2)

    Vorarlberg Auskunft von der Abteilung VIc Maschinenbau und Elektrotechnik

    40 / 35 dB (2)

    35 / 30 dB (2)

    30 / 25 dB (2)

    Oberösterreich (1) Förderprogramm für die erstmalige Installation von privaten Wärmepumpen…

    n.a.

    n.a.

    35 dB

    Wien Merkblatt P61 für Bauansuchen für Klima-, Lüftungsgeräte und Wärmepumpen

    Rechnerischer Nachweis zur Einhaltung der Grenzwerte der ÖAL-Richtlinie 3-1:2008 und der ÖNORM S 5021.

    Steiermark

    Steiermärkisches Baugesetz
    § 79 Haustechnische Anlagen

    Benutzer und Nachbarn dürfen durch Schall und Erschütterungen nicht in ihrer Gesundheit gefährdet oder unzumutbar belästigt werden.

    Umweltbundesamt Empfehlung des Forum Schall der UBA

    n.a.

    n.a.

    30 / 25 dB (2)

    (1) … inkl. Vorgaben bei tieffrequenten Anlagen (in Oö. Bewertung ohne Nachtabsenkung)
    (2) … Beurteilung Fenster bzw. 3 m ab Grundgrenze

    Andreas Doppler, 23.08.2018
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  • Admin um 17:03 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Geräuscheinwirkung spielender Kinder 

    Spielgeräusche ausgehend von Kinderspielplätzen und öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen etc. waren zunehmend Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzungen. Um Rechtssicherheit zu schaffen, haben u.a. die Landesregierungen von Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Burgenland und Kärnten bereits Änderungen in deren Baugesetzen (Bauordnungen, Bautechnikgesetze etc.) aufgenommen. Andere Landesregierungen sind gerade dabei entsprechende Ergänzungen vorzubereiten.

    Dahingehend werden die Geräuscheinwirkungen ausgehend von spielenden Kindern nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung klassifiziert.

    Siehe auch:
    NÖ Bauordnung 2014, § 48 Immissionsschutz
    Oö. Bautechnikgesetz 2013, § 2 Begriffsbestimmungen
    Steiermärkisches Baugesetz, § 13 Abstände
    Kärntner Bauordnung 1996 (Änderung wurde bereits beschlossen, Umsetzung folgt)
    Burgenländisches Baugesetz 1997, § 2 Begriffsbestimmungen

    Andreas Doppler, 18.11.2015
    ­­­­­­­­­­­­­­­­­­http://www.sachverstand.org

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  • Admin um 15:23 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Neuausweisung von Baulandflächen 

    In der ÖNORM S 5021 „Schalltechnische Grundlagen für die örtliche und überörtliche Raumplanung und Raumordnung“ werden Planungsrichtwerte bzw. Immissionsgrenzwerte für die Gebietskategorien der Flächenwidmungen bzw. -nutzungen getrennt nach Tag-, Abend und Nachtzeit, festgelegt.

    Weiters liegen in manchen Bundesländern zu diesem Thema ergänzende Vorschriften und Richtlinien auf. Nach dieser Norm bzw. diesen Vorschriften wird z.B. bei Neuausweisung von Grundstücken aus schalltechnischer Sicht geprüft, ob sich diese beispielsweise als Wohngebiet eignen oder nicht.

    Nachstehend ein Hinweis auf die Planungsrichtwerte nach ÖNORM S 5021:

    Planungsrichtwerte für die Schallimmission, angegeben als Beurteilungspegel in [dB]

    Unterscheidung des Gebietes

    6 – 19 Uhr 19 – 22 Uhr 22 – 6 Uhr
    Ruhegebiete, Kurgebiete 45 40 35
    Wohngebiete in Vororten, Wochenendhausgebiete, ländliche Wohngebiete 50 45 40
    städtische Wohngebiete, Gebiete für Bauten land- und forstwirtschaftlicher Betriebe mit Wohnungen 55 50 45
    Kerngebiete (Büros, Geschäfte, Handel, Verwaltungsgebäude ohne wesentlicher störender Schallemission, Wohnungen, Krankenhäuser),
    Gebiete für Betriebe ohne Schallemission
    60 55 50
    Gebiete für Betriebe mit gewerblichen und industriellen Gütererzeugungs-
    und Dienstleistungsstätten
    65 60 55
    Gebiete mit besonders großer Schallemission (z.B. Industriegebiete)
    Kurbezirke 45 40 35
    Parkanlagen, Naherholungsgebiete 50 45 40

    Andreas Doppler, 18.11.2015
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  • Admin um 15:21 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    EU-Umgebungslärmrichtlinie 

    Die mit dem Dokument Nr. 2002/49/EG vorliegende Richtlinie der europäischen Union über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm – allgemein als „EU-Umgebungslärm-Richtlinie“ bezeichnet – sieht vor, dass die Mitgliedstaaten Lärmkarten und Maßnahmenpläne erstellen. Die Umsetzung erfolgt durch das Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz (Bundes-LärmG ) und durch diesbezügliche Gesetze der Bundesländer bzw. deren Verordnungen.

    Die in der EU-Umgebungslärm-Richtlinie angeführten Grenzwerte dienen zur Erstellung und Bewertung der strategischen Lärmkarten und den daraus abgeleiteten Aktionsplänen und Statistiken zur Zahl der von Lärm betroffenen Personen. Diese Karten dienen auch zur Information der Bevölkerung über die vorherrschende Schallsituation im Bereich von – im Sinne des Gesetzes – maßgeblichen Hauptverkehrsträgern und Industrieanlagen.

    Wie u.a. in §7 Abs. 12 des Bundes-LärmG angeführt, begründen die Aktionsplanungen keine subjektiv-öffentlichen Rechte und es können – umgangssprachlich ausgedrückt – keine Maßnahmen eingefordert werden. Das Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz und zugehörige Gesetze und Verordnungen können über das Internetportal http://www.ris.bka.gv.at des österreichischen Bundeskanzleramtes online bezogen werden.

     
  • Admin um 15:21 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Eisenbahnverkehrslärm 

    Beim Eisenbahnverkehr hat Österreich mit der seit 1993 geltenden Schienenfahrzeug-Lärmzulässigkeitsverordnung (Sch-LV) erstmals in Europa Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge verbindlich festgesetzt.

    Die Schienenverkehrslärm-Immissionsschutzverordnung (SchIV) behandelt den Anrainerschutz beim Neubau und beim wesentlichen Umbau von Strecken; Schallschutzmaßnahmen sind dann zu ergreifen, wenn die in der Verordnung festgelegten Immissionsgrenzwerte von Lr = 60 – 65 dB Tag (06:00 – 22:00 Uhr) und Lr = 50 – 55 dB Nacht (22:00 – 06:00 Uhr) überschritten werden.

    Die Schienenverkehrslärm-Verordnungen Sch-LV und SchIV können über das Internetportal http://www.ris.bka.gv.at des österreichischen Bundeskanzleramtes online bezogen werden.

     
  • Admin um 15:20 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Straßenverkehrslärm 

    Das österreichische Kraftfahrgesetz (KFG) und die Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV) regeln unter anderem die Bauart, die Ausrüstung und die Überprüfung der Kraftfahrzeuge. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt die Rechte und Pflichten der Verkehrsteilnehmer.

    So bestimmt die KDV u.a. Emissionsgrenzwerte für das Betriebsgeräusch der Fahrzeugtypen und die StVO enthält Bestimmungen über verkehrslenkende und verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie gesonderte Geschwindigkeitsbeschränkungen und Fahrverbote bzw. zeitliche oder typenbezogene Verkehrsbeschränkungen (z. B. Nachtfahrverbote für Lastkraftwagen).

    Den Nachbarschaftsschutz an bestehenden Bundesstraßen regelt die Dienstanweisung GZ. BMVIT-300.040/0003-II/ST-ALG/2011, welche unter http://www.bmvit.gv.at/verkehr/strasse/autostrasse/laermschutz/downloads/bundesstrassen.pdf zum Download zur Verfügung steht. Maßgebliche Grenzwerte im Sinne dieser Dienstanweisung sind LDEN = 60 dB für den Tag-Abend-Nachtzeitraum und Lnight = 50 dB für den Nachtzeitraum.

    Darüber hinaus bestehen je nach Bundesland auch gesonderte Vorschriften und Regelungen betreffend den Neubau von Straßen und die Sanierung von bestehenden Streckenbereichen. Betreffend Details wird auf die Fachbereichsstellen der Bundesländer verwiesen.

    Für Interessierte wird das Selbststudium der Broschüre „Verkehrslärmschutz an Wohnungen und Gebäuden“ empfohlen. Diese ist unter dem Link media.arbeiterkammer.at/wien/PDF/Publikationen/Laermschutz.pdf abrufbar.

     
  • Admin um 15:20 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Betriebslärm 

    Der Nachbarschaftsschutz gegenüber betrieblichen Immissionen wird in Österreich u.a. nach der Gewerbeordnung 1994 (BGBl. Nr. 194/1994 i.d.g.F.) durch die Behörden geprüft. Nachstehend ein Auszug aus der GewO betreffend die Genehmigung neuer Betriebsanlagen:

    § 77. (1) Die Betriebsanlage ist zu genehmigen, wenn nach dem Stand der Technik (§ 71a) und dem Stand der medizinischen und der sonst in Betracht kommenden Wissenschaften zu erwarten ist, daß überhaupt oder bei Einhaltung der erforderlichenfalls vorzuschreibenden bestimmten geeigneten Auflagen die nach den Umständen des Einzelfalles voraussehbaren Gefährdungen im Sinne des § 74 Abs. 2 Z 1 vermieden und Belästigungen, Beeinträchtigungen oder nachteilige Einwirkungen im Sinne des § 74 Abs. 2 Z 2 bis 5 auf ein zumutbares Maß beschränkt werden.
    Die nach dem ersten Satz vorzuschreibenden Auflagen haben erforderlichenfalls auch Maßnahmen für den Fall der Unterbrechung des Betriebes und der Auflassung der Anlage zu umfassen; die Behörde kann weiters zulassen, daß bestimmte Auflagen erst ab einem dem Zeitaufwand der hiefür erforderlichen Maßnahmen entsprechend festzulegenden Zeitpunkt nach Inbetriebnahme der Anlage oder von Teilen der Anlage eingehalten werden müssen, wenn dagegen keine Bedenken vom Standpunkt des Schutzes der im § 74 Abs. 2 umschriebenen Interessen bestehen.

    (2) Ob Belästigungen der Nachbarn im Sinne des § 74 Abs. 2 Z 2 zumutbar sind, ist danach zu beurteilen, wie sich die durch die Betriebsanlage verursachten Änderungen der tatsächlichen örtlichen Verhältnisse auf ein gesundes, normal empfindendes Kind und auf einen gesunden, normal empfindenden Erwachsenen auswirken.

    Weiters regelt die GewO auch die Anforderungen an bestehende Betriebsanlagen bzw. angedachten Erweiterungen derselben.

     
  • Admin um 15:18 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Schalltechnische Grundlagen 

    In der Schalltechnik ist von Emissionen und Immissionen, Beurteilungspegeln, Spitzenpegeln, Frequenzen, Anpassungsfaktoren und dergleichen mehr die Rede. Die überwiegend verwendete Einheit ist das Dezibel [dB].

    Die Emission steht dabei für die „Energie“ der Quelle, vergleichbar der Leistungsangabe bei Geräten. Die Immission beschreibt die über die Entfernung, über das Hindernis etc. transportierte verbleibende „Energie“ beim Betrachter.

    Für die Beurteilung von Schall/Lärm ist zumeist der sogenannte A-bewertete energieäquivalente Dauerschallpegel (LA,eq) von Bedeutung. Die A-Bewertung gibt dabei das Hörvermögen des Menschen wieder und über die Energieäquivalenz wird ein Schallereignis mit typischerweise schwankendem Schallpegel in einen stellvertretenden Schallpegel übersetzt, der bei ununterbrochener Andauer den gleichen Energieinhalt aufweist.

    Über die Zurechnung von Korrekturfaktoren für die Charakteristik von Geräuschen (sogenannten Anpassungswerten) und Aufrechnung auf eine Beurteilungszeit wird aus dem A-bewerteten energieäquivalenten Dauerschallpegel ein sogenannter Beurteilungspegel (Lr).

    Als Beurteilungszeiträume werden üblicherweise der Tageszeitraum von 06:00 bis 19:00 Uhr, der Abendzeitraum von 19:00 bis 22:00 Uhr und die Nachtzeit von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr) herangezogen. Eine Variante ist auch der LDEN, der alle drei Zeitbereiche Tag-Abend-Nacht (also 24 Stunden des Tages) mit einer Gewichtung (Zuschläge je nach Zeitraum) aufrechnet.

    Oft wird von Anrainern bzw. Nachbarn im Rahmen von Genehmigungsverfahren die Verwendung von Beurteilungspegeln als „die tatsächlichen Erfahrungen vor Ort verzerrend“ missverstanden. Dem ist zur Aufklärung mitzuteilen, dass erst durch die genormte und international standardisierte Beschreibung eines schwankenden Geräusches durch eine einzige Zahl – den LA,eq-Wert – es erst möglich wird, Schallsituationen zu berechnen bzw. zu beschreiben und interessierende Szenarien einer vergleichenden Betrachtung zu unterwerfen.

     
  • Admin um 15:10 am 18. November 2015 Permalink | antworten  

    Lärm ist Schall, der als unangenehm und belästigend bewertet wird.
    Oder wie Kurt Tucholsky treffend bemerkte: „Lärm ist das Geräusch der anderen.“

    Während „Schall“ durch technische Gerätschaften gemessen werden kann, ist „Lärm“ eine subjektive Größe, die jeder Betroffene und jede Betroffene aufgrund der körperlichen und seelischen Verfassung, der persönlichen Erfahrung und Erwartung nach anders wahrnimmt. Dies ist auch der Grund, warum die Beurteilung von Lärm so schwierig ist und die Fachkompetenz der Technik und die der Medizin erfordert.

     
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